Die Schmücke im Thüringer Wald ist umhüllt von dichtem Nebel. Im Wolkengrau zeichnen sich die Konturen des rund 20 Meter hohen Turms erst von Nahem ab. «Das Wetter hier ist ein Highlight für uns - so wünschen wir uns das», freut sich Dominik van Pinxteren vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig.
An schätzungsweise 200 Tagen im Jahr bilden sich über dem Thüringer Gebirgskamm Wolken, die auf dem Boden aufliegen - also Nebel. Das sind ideale Bedingungen für die Tropos-Forscher, die derzeit in Südthüringen ein Wolkenobservatorium errichten, das ein Novum darstellt.
Projektleiter van Pinxteren und seine Mitstreiter werden dort künftig Grundlagenforschung betreiben: Wie verändert sich die Beschaffenheit und chemische Zusammensetzung von Wolken, wenn sich diese bilden und wieder auflösen? Welche Auswirkungen hat das? Die Antworten darauf könnten dabei helfen, dass Wettervorhersagen künftig genauer werden. Auch für Klimamodelle und Luftqualität spielten Wolken eine Rolle, erläutert der Chemiker. «Uns interessiert, was in der Wolke passiert, wie die darin enthaltenen organischen Substanzen in der Atmosphäre reagieren.»