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Weg von der Kohle: Mibrag investiert in «grünen» Umbau

Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag). / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag). / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der Abbau von Braunkohle soll in Deutschland in nicht allzu langer Zeit Geschichte sein. Im Mitteldeutschen Revier werden die Weichen gestellt - für ein neues Kapitel Industriegeschichte. Mit viel Geld.

Der Braunkohleförderer Mibrag will bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 500 Millionen Euro in den Umbau des Unternehmens investieren. «Wir befinden uns mitten in der Transformation mit dem Aufbau neuer Geschäftsfelder», sagte Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag/Zeitz). Ziel sei es, die Mibrag bis 2035 zu einem modernen Energiedienstleister und Produzenten von grünem Wasserstoff, Bio- Methanol und grünen Brennstoffen zu entwickeln. Das Unternehmen habe dafür ein vierstufiges Konzept der «robusten Schritte» erarbeitet. Es basiere in Stufe 1 auf erneuerbaren Energiequellen, sagte Eichholz.

Die Mibrag hat den Angaben zufolge für den Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen bereits konkrete Projekte mit einer Leistung von mehr als 300 Megawatt begonnen. Diese sollen im Zuge der Rekultivierung von Bergbauflächen in Sachsen-Anhalt und Sachsen entstehen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 2000 Mitarbeiter. «Wir gehen in der Zukunft von einer stabilen oder leicht wachsenden Beschäftigung aus, im Zuge dessen, wie wir unsere neuen Geschäftsfelder aufbauen», sagte Eichholz.

Die Mibrag versorgt ausschließlich in Mitteldeutschland die Kraftwerke Lippendorf (Sachsen) und Schkopau (Sachsen-Anhalt), das Heizkraftwerk Chemnitz und Industriebetriebe mit Braunkohle. Sie wird in den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain im Mitteldeutschen Revier gefördert. Alleiniger Gesellschafter der Mibrag ist das Energieunternehmen EPH aus Tschechien.

Das ostdeutsche Bergbauunternehmen mit Sitz in Zeitz im Süden Sachsen-Anhalts hat nach eigenen Angaben 2022 rund 16 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Das sei etwa ein Zehntel der in Deutschland geförderten Menge. «Wir gehen auch 2023 von einem stabilen Geschäft aus», sagte Eichholz. Ein wesentlicher Grund dafür seien langfristige Lieferverträge mit Kunden. Angaben zum Umsatz und Gewinn macht das Bergbauunternehmen grundsätzlich nicht.

Eichholz zufolge soll angesichts des geplanten Kohleausstiegs in Deutschland im Tagebau Profen bis Ende 2034 und im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bis Ende 2035 die Braunkohleförderung eingestellt werden. Bis dahin soll das vierstufige Umbaukonzept der Mibrag abgeschlossen sein. Das Unternehmen orientiere sich am Kohleausstiegsgesetz. Es wurde 2020 im Bundestag beschlossen. Das Gesetz sieht bis spätestens 2038 das Aus für den Braunkohleabbau in Deutschland vor.

Die rot-gelb-grüne Bundesregierung, die seit 2021 im Amt ist, hatte in ihrem Koalitionsvertrag formuliert, den Ausstieg «idealerweise» schon 2030 zu realisieren. Unterdessen wird mit Hilfe von Steuergeldern in Milliardenhöhe in den Revieren auch daran gearbeitet, Projekte auf den Weg zu bringen für Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Branchen.

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