Mit rund zwei Jahren Verspätung rollt ab nächster Woche fahrplanmäßig erstmals ein Akkuzug auf der Strecke Leipzig-Chemnitz. Der Zug vom Typ Coradia Continental der Firma Alstom starte 5.31 Uhr im Hauptbahnhof Chemnitz, teilte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) mit. Er fahre in Doppeltraktion - das sind zwei aneinander gekoppelte Triebwagen - und biete 300 Sitzplätze. In den kommenden Monaten sollen nun die bisherigen Doppelstockzüge komplett durch neue Akkuzüge abgelöst werden, hieß es. Laut VMS fahren damit erstmals überhaupt in Sachsen Akkuzüge regulär im Fahrplanbetrieb.
Akkus werden beim Halt am Bahnhof geladen
Züge der Reihe Coradia Continental sind in Sachsen bereits auf der Strecke Dresden-Chemnitz-Hof im Einsatz. Doch neben dem Stromabnehmer sind auf dem Dach der neuen Züge Akkus installiert. Sie liefern Strom, wenn keine Oberleitung da ist. Geladen werden sie während des Halts am Bahnhof. Wie bei Elektroautos kann zudem während der Fahrt Strom zurückgewonnen werden. Nach früheren Angaben von Alstom beträgt die Reichweite im Akkubetrieb bis zu 120 Kilometer. Die Züge können bis zu Tempo 160 fahren.
Laut VMS ist angedacht, den Einsatz der Akkuzüge künftig auch über die etwa 80 Kilometer lange Strecke Leipzig-Chemnitz auszuweiten. So könnten die Züge morgens und abends bis nach Annaberg-Buchholz ins Erzgebirge fahren.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten