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Sachsen-Premiere: Akkuzug zwischen Leipzig und Chemnitz

Am Montag soll erstmals ein Akkuzug fahrplanmäßig auf der Strecke Leipzig-Chemnitz rollen (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Am Montag soll erstmals ein Akkuzug fahrplanmäßig auf der Strecke Leipzig-Chemnitz rollen (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Zwei Jahre Verzögerung, jetzt ist es so weit: 300 Sitzplätze, Doppeltraktion und eine Premiere für Sachsen. Nächste Woche fährt der erste Akkuzug Fahrgäste zwischen Leipzig und Chemnitz.

Mit rund zwei Jahren Verspätung rollt ab nächster Woche fahrplanmäßig erstmals ein Akkuzug auf der Strecke Leipzig-Chemnitz. Der Zug vom Typ Coradia Continental der Firma Alstom starte 5.31 Uhr im Hauptbahnhof Chemnitz, teilte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) mit. Er fahre in Doppeltraktion - das sind zwei aneinander gekoppelte Triebwagen - und biete 300 Sitzplätze. In den kommenden Monaten sollen nun die bisherigen Doppelstockzüge komplett durch neue Akkuzüge abgelöst werden, hieß es. Laut VMS fahren damit erstmals überhaupt in Sachsen Akkuzüge regulär im Fahrplanbetrieb. 

Auslieferung der Züge mehrfach verschoben

Wegen fehlender Oberleitung sind auf der Strecke zwischen den beiden sächsischen Großstädten bisher Züge mit Diesellok unterwegs. Doch gibt es dabei seit vielen Jahren immer wieder Probleme und Beschwerden. Um Abhilfe zu schaffen, hatte der VMS 2020 elf Akkuzüge bei Alstom bestellt. Sie hatten ab Dezember 2023 den Betrieb aufnehmen sollen, doch wurde die Auslieferung mehrfach verschoben. Laut Hersteller haben einerseits die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg das Projekt verzögert. Andererseits habe es technische Probleme gegeben, etwa beim Zusammenspiel von Hard- und Software. 

Nach Angaben der Mitteldeutschen Regiobahn, die die Linie RE 6 betreibt, war im Oktober 2025 das erste Fahrzeug zur Schulung der Mitarbeiter und für Testfahrten übergeben worden. Inzwischen seien vier weitere Fahrzeuge hinzugekommen. Neben einer leisen Fahrt böten sie einen großzügigen Innenraum, Klimatisierung und barrierefreien Einstieg. Auch würden durch den Umstieg von Diesel auf Strom Klima und Umwelt geschont, heißt es.

Akkus werden beim Halt am Bahnhof geladen 

Züge der Reihe Coradia Continental sind in Sachsen bereits auf der Strecke Dresden-Chemnitz-Hof im Einsatz. Doch neben dem Stromabnehmer sind auf dem Dach der neuen Züge Akkus installiert. Sie liefern Strom, wenn keine Oberleitung da ist. Geladen werden sie während des Halts am Bahnhof. Wie bei Elektroautos kann zudem während der Fahrt Strom zurückgewonnen werden. Nach früheren Angaben von Alstom beträgt die Reichweite im Akkubetrieb bis zu 120 Kilometer. Die Züge können bis zu Tempo 160 fahren. 

Laut VMS ist angedacht, den Einsatz der Akkuzüge künftig auch über die etwa 80 Kilometer lange Strecke Leipzig-Chemnitz auszuweiten. So könnten die Züge morgens und abends bis nach Annaberg-Buchholz ins Erzgebirge fahren.

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