In Sachsen kann sich immer mehr Wald ohne direktes Eingreifen des Menschen natürlich entwickeln. Dazu wurden voriges Jahr weitere 5000 Hektar Staatswald aus der Nutzung genommen, wie das Agrarministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Damit sind nun knapp 21.500 Hektar Wald aus Landesbesitz entsprechend geschützt - eine Fläche fast so groß wie Chemnitz. Die betroffenen Waldstücke sind weiterhin für Menschen zugänglich, etwa beim Wandern, betonte Agrar- und Umweltminister Wolfram Günther (Grüne). «Das ist wichtig, denn was man kennt, schützt man.»
Die Koalition aus CDU, Grünen und SPD hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2022 10 Prozent der Staatswaldfläche aus der Nutzung zu nehmen. Das sei erreicht, stellte das Ministerium nun fest. «Wir sehen weltweit, dass die Artenvielfalt abnimmt und Lebensräume verloren gehen», erklärte Günther. «Das hat ein atemberaubendes Tempo erreicht, und das geschieht auch bei uns in Sachsen.» Deswegen müsse mit vielen Instrumenten an einer Trendumkehr gearbeitet werden. Wald sei dabei ein wichtiges Handlungsfeld, wenn auch nicht das einzige. «Ungenutzte Waldflächen sind wertvolle Lebensräume für ganz viele Tier- und Pflanzenarten.»