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MDR überdenkt sein Engagement beim Semperopernball

18.07.2020 von

Foto: Die Semperoper am Abend während der Aufbauarbeiten für die 15. Auflage des Semperopernballs. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach dem Eklat um den Semperopernball wegen einer Preisverleihung an Ägyptens umstrittenen Präsidenten überprüft der MDR sein Engagement. Der Sender hat das Event in Dresden bisher live übertragen. Der Vertrag mit den Semperopernball-Verein sei 2020 ausgelaufen, erklärte MDR-Sprecherin Julia Krittian. «Ob es eine Fortsetzung geben kann, wird derzeit ausgelotet.» Knapp ein halbes Jahr nach dem Ball stünden die Gespräche aber erst am Anfang. «Erst am Ende der Gespräche werden wir sehen, ob ein tragfähiges Neustartkonzept umsetzbar ist.»

Der Veranstalterverein hatte vor dem Ball im Februar einen Orden an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi verliehen. Die Auszeichnung löste Empörung und Protest aus. Zwei Co-Moderatorinnen des Balls und mehrere Künstler sagten ab. Al-Sisi kam nach einem Militärputsch an die Macht kam und geht mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vor.

«Die Diskussionen rund um den Semperopernball 2020 haben allen Beteiligten geschadet», erklärte MDR-Sprecherin Krittian. «Alle Beteiligten eint die Erkenntnis, dass sich ein solcher Schaden auf keinen Fall wiederholen darf.» Der Rundfunkrat hatte das Engagement des MDR hinterher kontrovers diskutiert. Unter anderem wurde die Frage laut, ob der Sender den Ball überhaupt übertragen sollte. Nach Senderangaben kostete die Übertragung 530 000 Euro.

Auch der Semperopernball-Verein hat inzwischen Konsequenzen aus dem Eklat gezogen. Nicht mehr nur der Chef Hans-Joachim Frey soll künftig für den Verein sprechen, sondern ein Quartett. Der nächste Semperopernball soll am 26. Februar 2021 stattfinden. Laut Verein laufen die Vorbereitungen - unter Einbeziehung der Corona-Hygienevorgaben.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Die Semperoper am Abend während der Aufbauarbeiten für die 15. Auflage des Semperopernballs. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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