Zwei Freizeitkapitäne aus Sachsen sitzen seit knapp zwei Wochen wegen der Umweltkatastrophe in der Oder auf dem Oder-Spree-Kanal fest - nun naht Erlösung. Voraussichtlich an diesem Freitag sollen sie weiterfahren dürfen, sagte Hobby-Schiffer Peter Schneider aus Niesky bei Görlitz der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Das hätten Behörden ihnen mitgeteilt. «Der Zwangsstopp schlug schon sehr aufs Gemüt, und von der Oder kamen außerdem immer neue schlimme Meldungen» beschrieb er die Situation.
Die Boote der beiden Männer liegen derzeit an der Kersdorfer Schleuse fest. Sie ist wie andere Schleusentore in Brandenburg etwa in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) und Neuhaus (Uckermark) geschlossen worden, damit nach dem großen Fischsterben keine giftigen Stoffe von der Oder in die Spree gelangen. Am Mittwoch teilte Brandenburgs Umweltministerium nun mit, dass ein Konzept erarbeitet worden sei, das eine Schleusung der festsitzenden Sportboote ermögliche. Diese soll an diesem Freitag erfolgen.
Die vergangenen Tage haben die beiden Rentner nicht nutzlos verstreichen lassen. Schneider musste sein Boot reparieren, die Kupplung sei defekt gewesen, berichtete er. Sein Freund hatte den Hobbykapitän mit seinem Boot bereits seit Schwedt im Schlepptau. Nun habe er den Zwangsstopp im Kanal für die Reparaturarbeiten genutzt. Ein Ersatzteil sei bestellt und sollte zeitnah eintreffen, zeigte sich der Bootsbesitzer optimistisch.