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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Junge Leute übergeben Ideen an Sachsens Regierung

In den Braunkohleregionen blühen Visionen für die Zeit nach dem Kohleausstieg. Jugendliche träumen von Sand-Skipisten, dem Anbau von Wein und Hanf sowie vielen Freizeitmöglichkeiten.

Junge Leute aus den sächsischen Braunkohlerevieren haben eine Fülle von Ideen für den Strukturwandel in der Lausitz und im mitteldeutschen Revier entwickelt. Am Dienstag wurde das «Jugendgutachten» in der Staatskanzlei in Dresden an den sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer und Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (beide CDU) übergaben. Zugleich forderten sie eine Beteiligung junger Leute an der Entwicklung der Region. Die Ideen reichen von der Stromerzeugung auf Verkehrsflächen über die Sanierung leerstehender Gebäude bis hin zur Umwandlung alter Tagebaue in Erlebnislocations. Straßenlampen sollen zugleich als Wlan-Hotspots und Ladesäulen für E-Autos dienen, unter dem Namen «Kohlosseum» soll ein interaktives Museum und Musicaltheater entstehen.

In einer Passage schreiben die jungen Leute, wie sie sich im Jahr 2035 - fünf Jahre nach dem von der Berliner Ampel avisierten Kohleausstiegsdatum - das Leben in den betroffenen Regionen vorstellen: «Mensch und Natur befinden sich im Einklang miteinander. Durch den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen sind neue Landschaften mit einer hohen Biodiversität entstanden. Aus Teilen der gigantischen Kohlegruben sind Sand-Skipisten geworden. An den angrenzenden Hängen werden Wein, Lavendel und Hanf angebaut. Die ehemaligen Kohleregionen bieten eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten und kulturellen Angeboten. Damit sind sie auch beliebte Ziele für touristische Tagesausflüge und Familienurlaube.»

Kretschmer zeigte sich von der positive Energie der jungen Leute beeindruckt. Das zeige, wie wichtig ihnen ihre Heimat ist. «Es zeugt von dem großen Willen, sich einzubringen, mitzugestalten und Dinge zu bewegen.» Es sei wichtig, dass sich die Projekte aus den Regionen heraus entwickeln und ihnen nicht übergestülpt werden. Schmidt sicherte zu, das mehr als 100 Seiten umfassende Jugendgutachten auf eine Umsetzung von Vorhaben zu prüfen. Die Autoren des Gutachtens forderten Transparenz. Es sollte klar gesagt werden, welche Ideen man fördern wolle und bei welchen das nicht möglich sei.

Grünen-Politikerin Ines Kummer wertete das Jugendgutachten als Reaktion auf die unzureichende Kinder- und Jugendbeteiligung im Strukturwandelprozess. «Nachhaltiger Strukturwandel geht nur gemeinsam mit den jungen Menschen in den betroffenen Regionen. Das versprochene Bürgerbeteiligungskonzept des Staatsministeriums für Regionalentwicklung muss endlich auf den Tisch und schnellstmöglich in die Umsetzung.»

Das Jugendgutachten war bereits vor einem knappen Jahr auf einer Veranstaltung in Halle entstanden - dem sogenannten Planathon. Etwa 45 Jugendliche, junge Frauen und Männer aus den Kohleländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Sachsen hatten dort gemeinsam mehr als 500 Ideen und Lösungsvorschläge für den Strukturwandel in den Revieren entwickelt. Daraus wurden 57 konkrete Projektvorschläge und sechs Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger formuliert.

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