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Fehlende Erntehelfer: Landwirte setzen auf Freiwillige

22.03.2020 von

Foto: Mit einer Spargelspinne stechen Erntehelfer Spargel. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Kurz vor Beginn der Spargelsaison fürchten Landwirte in Sachsen einen Ausfall der Erntehelfer. Wegen der Corona-Krise gelingt es vielen Betrieben derzeit nicht, Arbeitskräfte aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern zu bekommen. «Das ist eine große Herausforderung», sagte der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes Sachsen, Manfred Uhlemann. Und nicht nur Spargelbauern sind betroffen. Uhlemann geht davon aus, dass verteilt über die Saison rund 20 000 Helfer in Sachsen im Obst- und Gemüseanbau zum Einsatz kommen. «Überall dort, wo Handarbeit gefragt ist», so Uhlemann.

In den vergangenen Jahren hätten sich die Betriebe vor allem auf osteuropäische Saisonarbeitskräfte verlassen. Das wird aber durch die derzeitigen Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie erschwert. Vor allem Helfer aus Rumänien und Polen kämen derzeit nur schwer ins Land. Die Landwirte in Sachsen seien daher aufgerufen, in einem Formular einzutragen, wie viele Erntehelfer sie voraussichtlich benötigen. Der Verband melde das zusammen mit den anderen Landesverbänden dann an den Bund, der laut Uhlemann Gespräche mit den betreffenden Botschaften etwa in Polen aufnehmen wolle. «In dieser Situation ist die Politik in Berlin gefragt.»

Zudem habe es jüngst ein Telefongespräch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über die Einrichtung einer Online-Plattform gegeben, auf der sich freiwillige Helfer für die Landwirtschaft registrieren lassen können. «Die Idee finde ich klasse», so Uhlemann. Damit könnten Freiwillige und Betriebe leichter zusammenkommen. Es habe bisher in Sachsen schon zahlreiche Angebote aus der Bevölkerung gegeben, die Hilfe beim Spargelstechen, Pflanzen oder Bäume verschneiden angeboten hätten. «Da sind wir wirklich überwältigt», sagte Uhlemann. Auch Studenten seien als Erntehelfer willkommen. In Leipzig etwa hatten sich bereits mehrere Studenten für einen Einsatz gemeldet. Derzeit seien die Regionalverbände mit den Betrieben im Gespräch, wie hoch der Bedarf sei.

Dabei sind die Landwirte in diesem Jahr nach Einschätzung von Pflanzenbauexperte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband deutlich besser als im Vorjahr in das Frühjahr gestartet. «Die Bestände auf den Feldern sind recht gut entwickelt.» Vor allem der Regen der vergangenen Wochen habe dafür gesorgt, dass das Wintergetreide vielerorts gut entwickelt sei. Allerdings ist vor allem in Regionen mit sandigen Böden - wie Nord- und Ostsachsen - das Niederschlagsdefizit der vergangenen beiden Jahre längst noch nicht aufgefüllt. Und dennoch: «Der Start ins Frühjahr ist deutlich besser.»

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Mit einer Spargelspinne stechen Erntehelfer Spargel. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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