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Corona pusht Digitalisierung: Rekordumsatz bei Envia Tel

Das Firmenschild mit dem Logo des Telekommunikationsdienstleiters Envia Tel ist zu sehen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Das Firmenschild mit dem Logo des Telekommunikationsdienstleiters Envia Tel ist zu sehen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Digitalisierungstrend in der Corona-Krise hat dem Geschäft des ostdeutschen Glasfasernetzbetreibers Envia Tel Schub verliehen. Der Umsatz stieg voriges Jahr von 59,2 Millionen auf 79,1 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Stephan Drescher am Mittwoch mitteilte. Datenvolumen und Telefonie-Aufkommen hätten sich im Jahresverlauf verdoppelt. Deswegen habe man Internetkapazitäten ausgebaut und Bandbreiten zu anderen Anbietern erhöht. Zehn Prozent der Internet-Kunden hätten das Angebot genutzt, ihre Bandbreiten kurzfristig zu erhöhen. In Einzelfällen wurden sie verzehnfacht.

Drescher führte den erhöhten Datentransfer vor allem auf Bewegtbilder zurück. Viele Unternehmen hätten durch die Corona-Pandemie verstärkt auf Videokonferenz umgestellt - nicht nur zur internen Kommunikation ihrer Mitarbeiter im Homeoffice, sondern auch für den Austausch mit Geschäftspartnern und im Vertrieb.

Envia Tel ist eine Tochter des ostdeutschen Energieversorgers Envia M und betreibt nach eigenen Angaben ein Glasfasernetz von rund 6200 Kilometern in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg - bisher für Unternehmenskunden. Voriges Jahr wurden dem Unternehmen zufolge 48 weitere Industrie- und Gewerbestandorte an das Netz angeschlossen. Schwerpunkte waren das Erzgebirge, Vogtland und der Landkreis Mittelsachsen.

Künftig will der Telekommunikationsdienstleister auch Privathaushalte mit Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde versorgen. Bei einer Vorvermarktung sei in mehreren Kommunen im Landkreis Leipzig die erforderliche Quote von 35 Prozent der Haushalte erreicht worden, sagte Drescher. Als erstes würden die Arbeiten voraussichtlich in Groitzsch im Herbst beginnen. Den Plänen nach sollen insgesamt rund 16.000 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Weitere sind im Raum Wurzen geplant, wo Envia Tel per Ausschreibung den Zuschlag zum Glasfaserausbau erhalten hat.

Rund 17 Millionen Euro will das Unternehmen dieses Jahr insgesamt investieren. Neben dem Geschäft mit Breitbandanschlüssen für Privatleute sollen 45 weitere Gewerbestandorte ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Durch die Erweiterung der Geschäftsfelder und nötige Anlaufkosten wird ein etwa 20 Prozent niedrigeres Betriebsergebnis erwartet. Zudem soll ein zusätzliches Gesellschafterdarlehen von 10 Millionen Euro aufgenommen werden.

Als Ziel für die nächsten Jahren hat Drescher die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro ausgegeben. Dabei baut Envia Tel mit seinen rund 200 Mitarbeitern auf eine wachsende Digitalisierung und stark steigende Datenmengen. 2020 wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) den Angaben zufolge um rund 15 Prozent auf 6,3 Millionen Euro. Unterm Strich wurde ein Jahresüberschuss von knapp 4,2 Millionen Euro (Vorjahr: 3,3 Millionen) ausgewiesen.

Envia Tel

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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