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Autoregionen brauchen gemeinsame Strategie und Hilfe

Die Automobilindustrie in Europa braucht nach Ansicht des sächsischen Regionalentwicklungsministers Thomas Schmidt (CDU) eine gemeinsame Strategie und mehr staatliche Hilfe. «Die Branche steht vor einem großen Transformationsprozess. Es geht nicht nur um neue Antriebssysteme und die Umstellung auf Elektroautos. Auch die Digitalisierung und der Beitrag der Automobilindustrie zum Klimaschutz sind große Herausforderungen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Von dem Umbruch seien nicht nur die großen Autohersteller betroffen, sondern auch die Zulieferer.

Über all das soll kommenden Donnerstag auf der ersten Konferenz der «Automotive Regions Alliance» - einem Zusammenschluss europäischer Automobilregionen - in Leipzig beraten werden. Der Allianz gehören derzeit 29 Regionen an. Allein Italien ist mit neun Regionen vertreten, Spanien mit sechs und Deutschland mit fünf. Insgesamt stehen hinter der Automobilindustrie und ihren Zulieferern in Europa rund 1,8 Millionen Unternehmen mit mindestens 16 Millionen Beschäftigten, sagte Schmidt. Da sie über grenzüberschreitende Lieferketten verfüge, brauche man einen europäischen Ansatz.

«Es ist wichtig, dass wir mit einer Stimme sprechen. Spätestens in der nächsten Förderperiode wird die EU diese Branche unterstützen müssen», betonte der Minister. Deshalb sei eine gute Vorbereitung und Abstimmung notwendig, deshalb mache eine solche Automobil-Allianz Sinn. Es gehe darum, Europa als Standort der Automobilindustrie zu erhalten. Die Konkurrenz in Asien und Nordamerika sei groß. «Man muss die Unterstützung nicht so organisieren wie bei den Halbleitern, wo sich die EU auf ein Chip Act als Gesetz verständigt hat. Für den Wandel brauchen wir aber eine klare und gemeinsame Strategie.»

Schmidt zufolge muss diese Strategie schon bei der Rohstoffsicherung ansetzen. Auch Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildung spielten eine Rolle. Gerade für die Zulieferer sei der Wandel ein riesiger Kraftakt. Eine gewisse Schrumpfung werde die Branche wohl aushalten. «Das ist ein harter Cut.» Allerdings werde es auch dann noch lange Zeit «Verbrenner» geben, auch wenn deren Produktion im Jahr 2035 ausläuft. Deshalb müsse man mit Blick auf das Klima auch die Produktion synthetischer Kraftstoffe im Augen behalten, die CO2-neutral sind und so auch hergestellt werden.

«Noch ist nicht klar, was der Antrieb der Zukunft ist und welche Innovationssprünge es noch geben wird», sagte Schmidt. Vielleicht komme der preiswerte Akku, mit dem man 1500 Kilometer fahren könne. In diesem Fall würde sich vermutlich die Elektromobilität schnell durchsetzen. Vielleicht werde bei hohen Stückzahlen und einem hohen Automatisierungsgrad in der Produktion aber auch die Brennstoffzelle das Rennen machen. Bei Kleinwagen gebe es andere Prämissen als beim Lastkraftwagen, Bus oder der Landmaschine. «Da werden wir in den kommenden Jahren noch einige neue Erkenntnisse bekommen.»

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