Natürliche Ressourcen der Erde könnte gegen die besonders starke Erwärmung der Innenstädte in langen Hitzeperioden helfen. «Luftbrunnen wurden schon von den Römern vor fast 2000 Jahren zur Abkühlung der Gebäude genutzt», sagte Johannes Ringel, Professor für Stadtentwicklung an der Universität Leipzig. In einer Tiefe von etwa zwei Metern gebe es eine konstante Temperatur von 13 Grad Celsius, die zum Kühlen im Sommer und auch im Winter zum Wärmen eingesetzt werden könnte.
Dazu wird über eine Art Kammer unter der Erde eine Luftzufuhr geschaffen. «Die warme Außenluft wird angezogen und durch die Erde geleitet. Die so abgekühlte Luft zieht dann durch natürliche Thermik wieder nach oben», erläuterte Ringel. So könnten nicht nur Gebäude sondern auch Straßenzüge und Plätze temperiert werden.
Zudem würden über die Innenstädte verteilte Wasserflächen und Brunnen, die nicht tief sein müssten, helfen, um die Temperaturen zu verringern. «Verdunstungskühle ist sehr effizient. Wenn warme Luft über Wasserflächen streicht, verdunstet Wasser. Dabei wird der Luft Wärme entzogen, es wird fühlbar kühler. Fontänen und Sprühnebel können das noch verstärken.»