Vor drei Jahren war’s die große Überraschung: das PopUp in Weigelts Kochkontor – mithin in einem Küchenstudio. Überraschend ist es dort mittlerweile nicht mehr, aber immer noch gut – nein: sehr gut. Das Team mit Torsten Beyer als unterhaltsamen Chef am Herd der großzügigen Showküche (wo, wenn nicht in einem Küchenstudio, soll das sonst gehen?) und Familie Weigelt als umsichtiger Service mit Profiqualität entlässt seine Gäste wie gehabt nach einem entspannten Abend in die Nacht. Zum Vier-Gang-Menü (plus Amuse bouche, dazu gleich mehr) gab es eine moderierte Weinbegleitung: Steffen Hanelt, Gebietsverkaufsleiter bei der Winzergenossenschaft Meißen, stellte die von ihm ausgesuchten Weine zu den einzelnen Gängen vor.
Start in den Abend war auf Getränkeseite ein Sekt von der Scheurebe, den es in der Genossenschaft in zwei Stilrichtungen gibt: brut (mit 11,1 g/l Zucker) und trocken (mit 23,2 g/l Zucker). Beide haben bei der Bundesweinprämierung die Silbermedaille gewonnen. Wir durften die trockene Variante probieren – und wer lieber alkoholfrei genießen wollte: es gab vom Genossenschaftsableger Meißner Weinmanufaktur auch einen Sparkling rosé – wie (fast) immer bei den Alkoholfreien nicht wirklich zuckerarm (60 g/l!), aber: schmeckte! Und wo die Winzer mit Sekt grüßen, schickt die Küche auch was Feines: „Das ist quasi ein Matjessalat ohne Matjes!“, stellte Torsten Beyer den Gang vor – also ein toller Apfel (in diesem Fall ein Gala) und Wasabi-Mayonnaise. Ein fischloser Fake und eigentlich auch schnell gemacht. Aber, damit’s nicht ganz so einfach blieb, gab es on top noch eine Kugel, in der eine geräuchertes Frischkäsemousse mit Pumpernickel versteckt war. Und weil der Herr Beyer ja gerne mit den Gästen spielt, nannte er es „ein herzhaftes Straciatella!“ – wohl ahnend, dass die meisten darunter eher das Eis verstehen und nicht den Käse (Aufklärung hier).