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«Phase zwei angehen»: Werner ist Start-Option auf Schalke

Emil Forsberg (r) verlässt den Platz für Timo Werner. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Emil Forsberg (r) verlässt den Platz für Timo Werner. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Nach zwei Kurzeinsätzen und fast drei Monaten Geduldsspiel darf Timo Werner wohl endlich wieder von Beginn an stürmen. RB Leipzigs lange verletztem Fußball-Nationalspieler winkt am Dienstag beim FC Schalke 04 (18.30 Uhr/Sky) die Startelf - und das erstmals nach dem folgenschweren Foul an ihm Anfang November. «Vielleicht ist es Zeit, Phase zwei anzugehen und man lässt ihn von Anfang an auflaufen und schaut, wie lange es geht», sagte Trainer Marco Rose am Montag. 

Im letzten Test vor dem Wiederbeginn der Bundesliga waren es 50 Minuten, dann folgten 23 Minuten beim 1:1 gegen Bayern München. Schon da hatte Rose in der ersten Halbzeit gemerkt, dass der Mannschaft ohne Werner und dem verletzten Christopher Nkunku das Tempo abgeht. «Timo ist ein wichtiger Faktor für uns», betonte Rose. Der 46-Jährige müsse nun abwägen, wie andere Spieler drauf seien und was der Kader ohne Werner geleistet habe. Rose hob dabei besonders die gute Leistung von Emil Forsberg hervor, der für Werner am Freitag ausgewechselt worden war.

Fakt ist, dass Werner weiter integriert wird und Rose eher ein Fan davon ist, dem 26-Jährigen mehr als eine Halbzeit an Spielzeit zu geben. Werner hatte sich am 2. November in der Champions League das Syndesmoseband gerissen und die WM verpasst.

Zu den Fans des Tabellenletzten Schalke dürfte Werner immer noch eine zwiegespaltene Meinung haben. Der Angreifer hatte sich 2017 zu einer Schwalbe gegen Schalke hinreißen lassen, in der Folge ergoss sich eine Hasswelle über den Schwaben. Selbst ein ihn verunglimpfendes Lied wurde zum Hit auf Mallorca. «Dass es keine Sternstunde war, hat er ziemlich schnell selber mitbekommen», sagte Rose. Das Thema ist in Leipzig längst abgehakt.

Zumal man am Cottaweg gerade auf viel positivere Dinge blicken kann. Selbst gegen die Bayern hielt die Serie an ungeschlagenen Spielen. «Dass wir nach vorne in der ersten Halbzeit zu wenig auf die Platte bekommen haben, haben wir selbstkritisch aufgearbeitet. Letztlich war es eine gute Leistung mit Luft nach oben», sagte Rose. Auf Schalke soll dann Spiel Nummer 15 ohne Niederlage folgen. 

Vom Papier her keine schwere Sache, schließlich ist Schalke Letzter und hat den Re-Start der Liga mit 0:3 bei Eintracht Frankfurt in den Sand gesetzt. Doch Rose, der einst beim Fußballlehrer-Lehrgang Banknachbar von Schalke-Trainer Thomas Reis war, will sich von so etwas nicht blenden lassen. «Das wird ein richtig hartes Stück Arbeit», sagte der Coach. Schalke werde um jeden Meter kämpfen und leidenschaftlich spielen.

Ohnehin ist es Rose wichtig, angesichts der Serie die Balance zwischen Ambitionen und Erwartungshaltung zu wahren. Ja, die Ambitionen sind groß in Leipzig. Doch dass es nach dem 1:1 gegen die Bayern kritische Stimmen gab, die einen verpassten Sieg bemängelt hatten, stieß Rose sauer auf. «Große Ambitionen bedeuten nicht, die Erwartungshaltung ins Unermessliche laufen zu lassen. Denn dann wird es schwierig», sagte Rose. Schließlich sei Bayern eines der Top fünf Teams der Welt. Der kommende Gegner Schalke ist dies mitnichten. Da darf ein Sieg dann schon die Erwartung sein.

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