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RB Leipzig kämpft in Bielefeld um Königsklasse

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco steht an der Seitenlinie. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild
Leipzigs Trainer Domenico Tedesco steht an der Seitenlinie. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild

Ein Zähler reicht. Damit würde RB Leipzig das Prädikat «Beste Rückrunden-Mannschaft» beim Saisonfinale verteidigen und parallel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Arminia Bielefeld das Ticket für die Champions League buchen, was gleichbedeutend mit rund 40 Millionen Euro Mehreinnahmen ist. Dieser eine Punkt reicht auch im Fernduell mit Pokalfinalist SC Freiburg um die Königsklasse. «Bielefeld wird noch mal alles reinwerfen. Daran habe ich keinen Zweifel. Wir müssen dann zeigen, was wir uns vorgenommen haben und was wir erreichen wollen. So ein Entscheidungs-Match ist auch ein Privileg», sagte RB-Cheftrainer Domenico Tedesco am Freitag.

Er kann sich noch gut an die 0:2-Hinrundenniederlage gegen Bielefeld erinnern. Diese habe dem RB-Cheftrainer damals gehörig «den Weihnachtsurlaub verdorben». Der Rotations-Experte will daher nicht viel rumexperimentieren. Immerhin hat er nach der Rückkehr von Amadou Haidara erstmals alle Profis zur Verfügung. Daher spielen auf der Alm Belastungssteuerung und persönliche Befindlichkeiten bei der Aufstellung keine Rolle mehr. «Ich habe es lange Zeit über Rotation versucht, glauben sie mir, kein Spieler will rotieren, es wollen alle spielen», kündigte Trainer Tedesco schwere Entscheidungen - auch für ihn selbst - an. Selbst der Sprung in den Spieltagskader ist bei der Auswahl schwierig.

Tedesco betonte, dass das DFB-Pokalfinale am 21. Mai in Berlin gegen den SC Freiburg dabei keine Rolle spiele. «Der Fokus liegt auf Bielefeld, Berlin ist im tiefsten Hinterkopf», sagte er und macht nochmal die Brisanz deutlich: «Für so eine Ausgangslage haben wir uns in den letzten Monaten zerrissen.»

Nach dem miesen Saisonstart und dem gescheiterten Experiment mit US-Trainer Jesse Marsch übernahm er RB auf Tabellenplatz elf. Und nun kann man noch die Qualifikation für die Champions League als primäres Saisonziel erreichen. «Wir alle wollen nächstes Jahr Champions League spielen», sagte Tedesco. Das trifft vor allem auf Zauberfuß Christopher Nkunku zu. Ein Verbleib des Torgaranten und Edeltechnikers hängt vor allem von der Königsklasse ab. Denn nur so ist eine bereits diskutierte Vertragsverlängerung über den 30. Juni 2024 hinaus denkbar. Ein neuer Kontrakt zu deutlich verbesserten Konditionen könnte dann eine Ausstiegsklausel beinhalten, die ab 2023 greifen kann. Dann könnte der Franzose für rund 60 Millionen Euro gehen, bliebe RB aber - wie von Chef Oliver Mintzlaff gewünscht - noch eine Saison erhalten.

Zudem hat der sächsische Fußball-Bundesligist am 21. Mai im DFB-Pokalfinale noch die Chance, im dritten Anlauf endlich den Pott zu holen. Da könnte ein Erfolgserlebnis zum Saisonfinale nach dem bitteren Europa-League-Aus bei Glasgow Rangers im Halbfinale neue Schubkräfte für das Direkt-Duell gegen den SC Freiburg geben.

Ein bequemer Gang wird es für die selbst ernannten Roten Bullen auf der Alm nicht. Arminia-Trainer Marco Kostmann kündigte an: «Für uns ist erstmal wichtig, dass wir ein Spiel abliefern, das allen Spielern, Mitarbeitern und Fans den Charakter der Mannschaft zeigt.» Der achte Abstieg scheint so gut wie besiegelt. Im Idealfall könnte Bielefeld noch mit dem derzeit drei Punkten besseren Tabellen-16. VfB Stuttgart gleichziehen. Doch die Schwaben (-19) liegen bei der Tordifferenz deutlich vor den Ostwestfalen (-26). So auch RB (+35) im Vergleich zum SC Freiburg (+13).

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