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Geschichten auch zwischen den Spielen: Leipzig ohne Chef

Oliver Mintzlaff. / Foto: Torsten Silz/dpa/Archivbild
Oliver Mintzlaff. / Foto: Torsten Silz/dpa/Archivbild

Vorstandschef Oliver Mintzlaff geht, Top-Star Timo Werner wirft das WM-Aus nicht aus der Spur, der von vielen Fans vermisste Angeliño freut sich auf das Wiedersehen. Dem Fußball-Bundesligisten RB Leipzig geht im ohnehin schon dicht gepackten Spielplan der Stoff für neue Geschichten nicht aus. Im nächsten Kapitel verkündete in Mintzlaff die neben Ralf Rangnick prägende Figur der vergangenen Jahre seinen Abgang - und das nicht einmal 24 Stunden nach dem Verletzungsschock von Timo Werner.

«Oliver hat mich ziemlich zeitig angerufen und es mir mitgeteilt», sagte RB Leipzigs Trainer Marco Rose am Freitag. «Es ist die logische Konsequenz seiner Arbeit. Das Schöne ist, dass wir wissen, dass der Kontakt eng und die Verbindung nach Leipzig bestehen bleibt. Es ist eine gute Entscheidung und es wird sicher in ruhigem Fahrwasser für uns alle hier weitergehen.»

Mintzlaff wird vom 15. November an für Hauptsponsor Red Bull arbeiten und dort das gesamte Sport-Investment sowie den Sender Servus-TV verantworten. Der Draht nach Leipzig bleibt also eng, zumal der 47-Jährige in den Aufsichtsrat wechselt. Mintzlaff war 2014 nach Leipzig gekommen, stand im Club eigentlich noch bis 2026 unter Vertrag. Der Pokalsieger möchte zunächst mit den bisherigen Strukturen weiterarbeiten. Durch die Verpflichtung von Max Eberl als neuen Geschäftsführer Sport ist man auf der sportlichen Ebene bestens aufgestellt. Der frühere Gladbacher soll eigentlich am 15. Dezember seinen Job antreten, wird dies aufgrund des Abgangs von Mintzlaff womöglich früher tun.

Noch im Sommer hatte Mintzlaff Timo Werner nach Leipzig zurückgeholt. Nach zwei mäßigen Jahren beim FC Chelsea wollte sich der Angreifer für die WM in Schwung bringen. Daraus wird durch seinen in der Champions League am Mittwoch erlittenen Syndesmosebrandriss nun nichts.

Ein Verlust für den Club, aber auch für Bundestrainer Hansi Flick. «Die Nationalmannschaft verliert eine Menge. Timo ist kein Neuling. Die Nationalmannschaft verliert Tore. Die Nationalmannschaft verliert Tempo. Die Nationalmannschaft verliert einen Spieler, der bereit ist zu arbeiten», sagte Rose. Werner sei zudem ein positiver Faktor mit gutem Humor. «Das ist bei so einem Turnier über mehrere Wochen nicht unwichtig.»

Über eine weitere Behandlung des Stürmers ist noch nicht entschieden worden. «Gebt uns noch eins, zwei Tage. Wir haben die Diagnose, nun gibt es Gespräche und es sind wichtige Entscheidungen zu treffen», sagte Rose. Fakt sei der WM-Ausfall, er hoffe jedoch, dass Werner im Januar im Spiel gegen Bayern München wieder zur Verfügung stehe.

Die Nachricht über die Auswirkung der Verletzung hat Werner relativ gefasst aufgenommen. Natürlich sei er geschockt gewesen, sagte Rose, da er mit der WM ein großes Ziel vor Augen hatte. «Es gibt aber schlimmere Dramen als eine Verletzung. Er war nicht völlig neben der Spur. Wir haben alle auf dem Schirm, dass es weitergeht und wir ihn fit bekommen», sagte der 46-Jährige. «Dann gibt es in ein paar Jahren noch eine WM, die er angreifen kann. Da ist er dann im aller, allerbesten Fußballer-Alter und schießt uns möglicherweise zum WM-Titel.»

Ebenfalls nicht zur WM fährt Angeliño. Der Spanier ist zwar topfit, wurde schlicht nicht nominiert. Dabei liefert der nach Hoffenheim verliehene Außenverteidiger beim kommenden Gegner bessere Leistungen ab, als es der stattdessen von den Kraichgauern gekaufte David Raum tat. Rose nahm den Nationalspieler in Schutz: «Er wird seinen Weg gehen und bei der WM eine gute Rolle spielen.» Zu Angeliño habe er keinen Kontakt, beobachte diesen jedoch intensiv. «Tolle linke Flanke, guter Abschluss», lautete das Urteil. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) dürfte der nicht ganz freiwillig aus Leipzig weggegangene Angeliño Rose diese Qualitäten auch zeigen wollen.

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