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Weg frei für Neuanfang: Aue-Präsident Leonhardt tritt zurück

Helge Leonhardt schmeißt hin. Der Präsident des FC Erzgebirge Aue hat am Sonntag seinen Rücktritt erklärt und übernimmt damit die Verantwortung für die sportliche Talfahrt des Tabellenletzten der 3. Fußball-Liga. Das gab Leonhardt am Sonntag selbst mit einem Schreiben bekannt. Zuvor hatte er das Präsidium sowie den Aufsichtsrat informiert.

«Ich hoffe sehr, dass damit ein geordneter Neuanfang gestaltet werden kann und, dass damit weitere Eskalationen, die dem Verein öffentlichen Schaden bringen würden, verhindert werden können», sagte Leonhardt. «Ich gehe keinesfalls in Bosheit oder Wut, ich gehe in Besonnenheit, mit reifer Überlegung und mit warmen Herzen.»

Der Unternehmer war seit September 2014 Präsident des Clubs und seitdem in alle Entscheidungen eingebunden und meistens tonangebend. Den Abstieg in der Saison seines Amtsantritts konnte Leonhardt nicht verhindern. Jedoch stieg der FCE sofort wieder auf und hielt sich anschließend sechs Jahre lang in der 2. Bundesliga. In dieser ebnete Leonhardt unter anderem Trainer Domenico Tedesco den Weg in die Bundesliga.

Der zweite Abstieg im Sommer war jedoch auch den Fehlentscheidungen des 63-Jährigen geschuldet, und so kamen bereits vor zwei Monaten Rücktrittsforderungen auf. Leonhardt versprach eine Aufarbeitung und die Rückkehr zu den Auer Tugenden. Dafür holte er Trainer Timo Rost aus Bayreuth, der Kader wurde - teilweise zwangsläufig durch den Abstieg - kräftig umgebaut.

Doch es funktionierte nicht. Aue ist mit nur drei Punkten aus neun Spielen abgeschlagenes Schlusslicht der Liga. Die Begegnung am Freitag bei 1860 München (1:3) war bereits zum Endspiel für Rost erklärt worden. Entlassen muss Leonhardt den Trainer nun nicht mehr, diese Entscheidung hat er durch seinen Rücktritt auf andere übertragen. Nach einigen Fehlgriffen auf der Trainer-Position war Leonhardts Schicksal ohnehin eng mit dem von Rost verknüpft.

Zuletzt hatte es aufgrund der Krise große Unruhe im Umfeld gegeben. Sponsoren sollen Konsequenzen gefordert haben, 43 Fanclubs machten ihrem Ärger in einem offenen Brief Luft und forderten den Rücktritt des Vorstands. «Die Gründe dafür liegen neben der jetzigen sportlichen Kapitulation in Teilen schon länger zurück, konnten aber noch durch sportliche Erfolge in der 2. Liga überdeckt werden. Während der jüngeren fußballerischen Talfahrt zeigen sich nun aber immer mehr die Handlungsdefizite der Gremien zum Wohle des Vereins», hieß es in dem Schreiben.

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