Die Jüdischen Gemeinden in Sachsen sorgen sich um ihre Sicherheit. «Das Leben der Gemeinden hat sich verändert», sagte Landesrabbiner Zsolt Balla zum Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle (Sachsen-Anhalt) der Deutschen Presse-Agentur. «Wir bekommen Hassmails, nicht nur aus der rechten Szene.» Auch Verschwörungstendenzen im Zuge von Corona seien spürbar. Das, was in Polizei und Bundeswehr ans Licht komme, sei erschreckend. «Das ist ein echtes Problem, das erkannt werden muss und nicht verdrängt werden darf.»
Laut Balla ist die Angst vor Angriffen nach wie vor da. «Es gibt Mitglieder, die noch keinen Mut haben, in die Synagoge zu gehen.» Zwar gebe es viel Unterstützung und Solidarität aus der Bevölkerung, aber noch immer zu wenig. «Die Radikalität, egal ob rechts oder links, bedroht nach wie vor jüdisches Leben in Deutschland.» An ihrer Religionsausübung ändert das nach den Worten des Landesrabbiners nichts. «Wenn wir unsere Feiertage nicht begehen oder einschränken, hätte der Täter von Halle sein Ziel erreicht und gewonnen; das werden wir nicht zulassen.»