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Immer mehr Sachsen arbeiten in anderen Bundesländern

Im vergangenen Jahr pendelten 140.862 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Sachsen zur Arbeit in ein anderes Bundesland. Das waren 279 mehr als im Jahr zuvor, knapp acht Prozent Plus gegenüber 2010 (130.404) und ein Fünftel mehr als vor 20 Jahren (112.772), wie nach Angaben der Zwickauer Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke) aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Danach hatten 2020 mit 25.806 die meisten einen Job in Bayern, fast genau so viele pendelten zur Arbeit nach Sachsen-Anhalt sowie 16.669 nach Thüringen.

Preis dieser Mobilität sei zunehmender Stress bis zu gesundheitlichen Folgen, sagte Zimmermann unter Verweis auf den seit Jahren deutlichen Anstieg der Pendler. Sie forderte die Arbeitgeber auf, dem mit flexibleren Arbeitszeitmodellen entgegenzuwirken, und den Freistaat, «mehr gute Arbeit» in Sachsen zu schaffen.

Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass der Weg zur Arbeit bezahlbar bleibe, sagte Zimmermann vor Hintergrund der Debatte um eine Benzinpreis-Erhöhung. Diese träfe vor allem kleine und mittlere Einkommen. Derzeit koste die wöchentliche Pendelei mit dem Auto von Zwickau nach München pro Monat rund 400 Euro. Für einen Umstieg im Sinne des Klimaschutzes brauche es attraktive Verbindungen und Ticketpreise der Bahn, eine auch für Normalbeschäftigte bezahlbare Elektromobilität sowie ausreichende Ladeinfrastruktur.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH