Die Proteste gegen die Bundesregierung im Zusammenhang mit Ukraine-Krieg und hoher Inflation werden nach Einschätzung des Soziologen Matthias Quent durch weitere Entlastungen allein nicht zu beruhigen sein. «Ein Großteil der Proteste - das haben wir in den vergangenen Jahren gesehen - ist eben nicht aus einer materiellen Betroffenheit heraus organisiert», sagte der Fachmann für Rechtsextremismus und Radikalisierung an der Hochschule Magdeburg-Stendal der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Gerade die verschwörungsideologischen rechten Proteste haben ja nicht für soziale Gerechtigkeit, Gleichheit oder höhere Steuern demonstriert.»
Führende Politiker der Ampel-Koalition wie Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) werden bei öffentlichen Auftritten immer schärfer angegangen. So wurde Scholz jüngst während seiner Sommertour in Neuruppin niedergebrüllt. Gegen Habeck wollte die rechtsextreme Splitterpartei Freie Sachsen auf dem Marktplatz in Heidenau eine Art Schauprozess veranstalten, was Gerichte verboten.