loading

Dein Sachsen lädt...

Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Leipziger CDU-Politiker: Melnyk gehört ausgewiesen

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, blickt vor dem Wappen der Ukraine im Botschaftsgebäude am Rande eines Gesprächs mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur in die Kamera des Fotografen. / Foto: Kay Nietfeld/dpa
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, blickt vor dem Wappen der Ukraine im Botschaftsgebäude am Rande eines Gesprächs mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur in die Kamera des Fotografen. / Foto: Kay Nietfeld/dpa

Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann fordert die Ausweisung des scheidenden ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk. «Ich bin es leid, dass sich Botschafter Melnyk ständig über Deutschland beschwert, Politiker auslädt und teilweise beleidigt. Das Fass ist übergelaufen!», schrieb Lehmann am Montag auf Instagram. «Andrij Melnyk gehört ausgewiesen und sollte daher schnell zur Persona non grata erklärt werden, damit er Deutschland rasch verlässt.»

Hintergrund ist, dass Melnyk am Wochenende den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) von einem Ukraine-Besuch ausgeladen hat. «Mit Ihrer absurden Rhetorik über das Einfrieren des Krieges spielen Sie in Putins Hände und befeuern Russlands Aggression», schrieb Melnyk zur Begründung auf Twitter. Kretschmer hatte zuvor erneut gefordert, den Krieg «einzufrieren». Die Ukraine wehrt sich seit mehr als sechs Monaten gegen die russische Invasion und versucht, von Russland eroberte Gebiete zurückzugewinnen.

Lehmann schrieb, aus seiner Sicht mache Deutschland sehr viel für die Ukraine - sei es humanitäre, wirtschaftliche oder militärische Hilfe. «Das sollte auch von Botschafter Melnyk anerkannt werden, statt beleidigt auf einen Ministerpräsidenten zu sein, der eine differenzierte Sicht auf den Krieg und seinen Ausgang hat.» Denn nach sechs Monaten Krieg müsse man auch darüber reden können, wie und in welcher Form dieser enden könne.

Nach der Forderung Lehmanns reagierte wiederum Melnyk und forderte am Abend ein Machtwort des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. Der «Bild» sagte er: «Dass man einen Botschafter eines befreundeten Landes, das Opfer eines bestialischen Vernichtungskrieges wurde und ausblutet, ausweisen will, nur weil er Klartext spricht, ist ein beispielloser Kladderadatsch. Was für ein Bier muss man getrunken haben, um sich gerade angesichts der barbarischen Aggression Russlands zu empören, dass das Fass übergelaufen ist?» Er sei gespannt auf das Machtwort des CDU-Vorsitzenden.

Als Botschafter ist Melnyk in Deutschland umstritten, da er nicht immer auf diplomatische Gepflogenheiten achtete und mit teils harten Worten für Waffenlieferungen an die Ukraine warb. Inzwischen steht Melnyks Abberufung fest, er wird Deutschland im Oktober verlassen und soll in Kiew einen neuen Posten im Außenministerium übernehmen.

Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten