Es muss nicht gleich der Traumjob sein. Eine Ärztin aus der Ukraine, die vor dem Krieg in der Heimat geflohen ist und nun wie etwa 8500 Landsleute in Dresden lebt, möchte bis zur Anerkennung ihres Berufsabschlusses gern als Kosmetikerin arbeiten. Ein Eisenbahner hat sich als Lagerarbeiter beworben, eine Bauingenieurin als Bauzeichnerin. Jan Pratzka, Chef der Arbeitsagentur in Dresden, kennt mehrere Beispiele dieser Art. Er spricht von «Menschen mit Potenzial». Sie seien hochmotiviert und würden sich gern einbringen. In Dresden gebe es rund 5700 offene Stellen. «Es ist für jeden etwas da, es gibt Chancen für alle.»
Das Interesse bei den Flüchtlingen ist auf jeden Fall groß. Als am Montagvormittag im World Trade Center die erste Dresdner Jobbörse für Ukrainerinnen und Ukrainer begann, waren die Stände von gut 40 Unternehmen und Verbänden sofort dicht umlagert. Viele Betroffene kommunizierten mangels Deutschkenntnissen per Google-Übersetzer mit den Firmenvertretern. Die meisten Unternehmen hatten Muttersprachler dabei. So wie der Chiphersteller Infineon, der seine ukrainische Mitarbeiterin Mariia Kozachok mitbrachte.