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Corona im Flüchtlingsheim: Behörde weist Kritik zurück

Eine Helferin steckt einen Rachenabstrich in ein Röhrchen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Eine Helferin steckt einen Rachenabstrich in ein Röhrchen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Sächsische Flüchtlingsrat hat die Unterbringung von Asylsuchenden in einer Gemeinschaftsunterkunft in Kamenz kritisiert. «In Kamenz ist das eingetreten, wovor die Flüchtlingsräte und Pro Asyl lange warnten: ein Corona-Ausbruch, wie er sich in einer Massenunterkunft kaum verhindern lässt», teilte der Rat am Freitag in Dresden mit.

Nach Behördenangaben hätten sich 23 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, 60 weitere seien als direkte Kontaktpersonen ebenfalls in Quarantäne geschickt worden. Fahrlässiges Handeln habe den Ausbruch provoziert. Man hätte das bei einer dezentralen Unterbringung der Geflüchteten verhindern können. Zudem beklagte der Flüchtlingsrat, dass in Kamenz weder Seife noch Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt würden.

Das Landratsamt Bautzen wies den Vorwurf fahrlässigen Handels zurück. Sowohl eine zentrale wie auch dezentrale Unterbringung hätten Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen einer Gemeinschaftsunterkunft zähle etwa, dass die Unterstützung durch Flüchtlings-Sozialarbeiter und Betreuer besser möglich sei. Auch ließen sich Freizeitangebote und Deutschkurse so besser organisieren.

«Asylbewerber haben jederzeit die Möglichkeit, einen Antrag auf dezentrale Unterbringung zu stellen», hieß es. Wer mit Aufnahme einer Beschäftigung nicht mehr auf Leistungen angewiesen sei, damit seinen «Integrationswillen bekundet» und dessen Identität geklärt sei, erhalte die Zustimmung. Gleiches gelte bei einer Ausbildung, wenn der Ausbildungsbetrieb vom Heim nicht erreichbar sei.

Zugleich verwies das Landratsamt darauf, dass es in dem Heim ein Hygienekonzept mit Besuchsverboten, Desinfektionsmitteln, Seife und auch Masken gebe. Es komme jedoch vor, dass Seifenspender nach dem Befüllen in nur wenigen Minuten durch Bewohner wieder geleert oder teilweise mutwillig zerstört würden. «Dies gehört leider zum Alltag in einem Heim dazu.»

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH