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Werkverzeichnis zu Michael Morgner erschienen

Der Künstler Michael Morgner steht in den Kunstsammlungen Chemnitz vor seinem fünfteiligen «Lebensfries» von 1984. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild
Der Künstler Michael Morgner steht in den Kunstsammlungen Chemnitz vor seinem fünfteiligen «Lebensfries» von 1984. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Der Künstler Michael Morgner ist dieses Jahr 80 geworden. Neben einer umfangreichen Ausstellung in Chemnitz können Kunstliebhaber nun auch mit einem neuen Werkverzeichnis seinem jahrzehntelangen Schaffen auf dem Grund gehen.

Vierhundert Seiten ist das Verzeichnis dick und dennoch kann es nur einen Teil des umfangreichen Kunstschaffens von Michael Morgner abbilden. Band 1 seines Werkverzeichnisses, das am Mittwochabend in Chemnitz offiziell vorgestellt wurde, sei eine Bestandsaufnahme der Leinwandarbeiten und Plastiken, sagte Herausgeber und Kunstsammler Thomas Weckerle. Drei bis vier Jahre sei daran gearbeitet worden. Band 2 werde sich den Zeichnungen widmen; er soll in etwa zwei Jahren vorliegen. Zu Morgners druckgrafischem Werk war schon 2000 ein Werkverzeichnis anderer Herausgeber erschienen.

«Michael Morgner ist ein ganz originärer Künstler, dessen Bilder für mich eine enorme Ausstrahlungskraft haben», erklärte Weckerle, der nach eigenen Angaben nach der Wiedervereinigung die non-konforme Kunst der DDR für sich entdeckt hat. Dazu zählt Morgner, ebenso wie Gerhard Altenbourg, Max Uhlig oder Carlfriedrich Claus.

Morgner, 1942 in Chemnitz geboren, hat sich in der DDR von der offiziellen sozialistischen Kunst distanziert und mit Mitstreitern künstlerische Freiräume erstritten. Dabei gehörte er in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, zu den Mitbegründern der Galerie Oben und der Künstlergruppe «Clara Mosch». Der 80-Jährige ist bis heute aktiv und zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen derzeit eine große Ausstellung zu den verschiedenen Facetten seines Schaffens.

Ausstellungskuratorin Marie Winter verglich das neue Werkverzeichnis mit einem Lexikon. Es sei ein extrem hilfreiches Arbeitsmittel für Kunsthistoriker, etwa bei der Erarbeitung von Ausstellungen. Denn es listet nicht nur die Arbeiten samt Titel, Entstehungsjahr und eine Abbildung auf, sondern gibt Auskunft zu deren Verbleib. «Es lässt sich zudem sehr gut nachvollziehen, wie Morgner etwa in seinem Frühwerk verschiedene Stile ausprobiert und ab wann er seine Lavage-Technik verwendet.» Die Kunstsammlungen verfügen selbst über rund 290 Werke Morgners.

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