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Schmuck-Schau im smac ohne größte Attraktion

Das Logo für das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Das Logo für das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Projektion einer jahrtausendalten Mumie aus Sibirien ist das spektakulärste Exponat der Schau «Chic! Schmuck.Macht.Leute» im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz (smac). Da die mit dem Ukraine-Krieg verbundenen Sanktionen Leihgaben aus Russland verhinderten, fertigten die Kollegen in Nowosibirsk einen 3D-Scan des Originals. Der vor über 2300 Jahren bestattete und tätowierte Reiterkrieger zeugt nun virtuell davon, dass «sich zu schmücken ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen ist», wie smac-Direktorin Sabine Wolfram am Donnerstag sagte. «Als Museum verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen vergangenen Kulturen und der heutigen Gesellschaft.»

Dass die Brücke zu den russischen Institutionen und ihrem reichen Kulturschatz nun große Risse aufweise, bedauerten beide Seiten, sagte Wolfram. Die zweijährige intensive Zusammenarbeit liege seit dem 24. Februar «gezwungenermaßen auf Eis». Auch das älteste Schmuckstück der Welt, ein mindestens 35.000 Jahre alter Armreif aus dunklem Gestein, konnte Russland nicht verlassen.

Der Körper des etwa 25-jährigen Reiterkriegers hat sich mit Haut und Haaren im Permafrost des Altaj-Gebirges erhalten, wie seine Kleidung: Overknee-Stiefel aus Filz, Wolle und Leder, ein Mantel aus Lamm-, Fohlen- und Zobelfell und die Filzkappe in Form eines Vogels. Bis zum 28. August sind insgesamt rund 350 Exponate versammelt, die von der Bedeutung des Schmucks am und auf dem Körper von der Antike bis zur Gegenwart zeugen: darunter etruskische Gewandspangen, Bernsteinketten als Diamantencollier der Bronzezeit, Gold der Griechen, Totenkronen und Designerkleidung.

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