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Restaurierung von Dresdner Damaskuszimmer abgeschlossen

Eine Fotografin macht beim Presserundgang zur Präsentation des Damaskuszimmers im Japanischen Palais Bilder. / Foto: Robert Michael/dpa
Eine Fotografin macht beim Presserundgang zur Präsentation des Damaskuszimmers im Japanischen Palais Bilder. / Foto: Robert Michael/dpa

Seine Entdeckung 1997 war selbst für Fachleute eine Sensation. Dem Dresdner Damaskuszimmer die alte Pracht zurückzugeben, dauerte über zwei Jahrzehnte - es ging nur Stück für Stück.

Mit dem Dresdner Damaskuszimmer ist nach einem Vierteljahrhundert eine seit fast 100 Jahren im Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen befindliche Rarität restauriert. «Es ist eines der schönsten Objekte und einzigartig», sagte die Direktorin des Museums für Völkerkunde, Léontine Meijer-van Mensch, am Mittwoch bei der Präsentation. Es gebe zwar noch mehrere solcher Zimmer, historische und moderne, aber keines aus einem Guss. «Das wieder erleben zu können, ist ein Glück.» Die rund eine Million Euro teure Restaurierung wurde aus privaten Spenden und von mehreren Stiftungen finanziert.

Der Empfangsraum eines Damaszener Altstadthauses aus dem 19. Jahrhundert ist allerdings nicht originalgetreu aufgebaut, da dafür Mauern oder die nötige Raumhöhe von 5,40 Metern fehlen. So sei die prächtige Decke zwar zu sehen, aber viel niedriger, und Regale wurden an Stahlgestelle montiert, sagte Meijer-van Mensch. Das Raumgefühl werde mit Hilfe einer VR-Brille erlebbar und in einem dem Damaskuszimmer nachempfundenen Raum könnten Besucher «miteinander ins Gespräch kommen, Tee trinken, lesen, zuhören und verweilen».

Die Schau gibt Einblicke in die Damaszener Gastfreundschaft sowie deren öffentliche und private Formen weltweit. Die Räumlichkeiten können auch von Besuchern für Projekte und Angebote genutzt werden. Fotografin und Mitkuratorin Rania I. Kataf aus Damaskus steuerte Porträts von Menschen aus ihrer Heimatstadt bei, deren Geschichten in einem Raum für offenen Austausch und Begegnung nachzulesen sind.

Das Zimmer erwecke «die 200 Jahre alte Geschichte und Seele der Stadt Damaskus mit seiner besonderen Gastfreundschaft hier in Dresden», sagte Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) laut Mitteilung. Sie sieht darin auch «ein Symbol für unsere Willkommenskultur als Gastgeberland».

Die auf 1810-11 datierte, aus 113 Teilen bestehende und mit Hilfe privater Spenden restaurierte Rarität gelangte 1899 nach Deutschland, nachdem sie knapp 90 Jahre in Benutzung war. Der Sammler und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus erwarb die Vertäfelung auf einer Reise für sein Museum in Hagen, wo es aber nie aufgebaut wurde. 1930 kam es als Geschenk nach Dresden. Aufbauversuche scheiterten aber an der nötigen Raumhöhe - erst 1997 wurde es aus dem Depot geholt.

Der Name Damaskuszimmer steht für prächtig bemalte und mit Metallen verzierte Vertäfelungen, wie sie in Wohnhäusern wohlbetuchter Bürger üblich waren. Arabische Inschriften, Stadtlandschaften, Obstschalen und Blumensträuße schmückten den Empfangsraum für Gäste und repräsentierten den Status des Hausbesitzers - nur wenige dieser Zimmer sind in Sammlungen weltweit zu finden.

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