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Interesse an sorbischer Sprache: Sommerkurs in Bautzen

Das Interesse an der sorbischen Sprache ist weltweit verbreitet. Am diesjährigen Sommerkurs des Sorbischen Instituts in Bautzen nehmen 52 Frauen und Männer aus Ländern wie Japan, den USA, Benin, Italien und Frankreich teil. Erstmals reise auch eine ganze Gruppe von Nachkommen sorbischer Auswanderer aus Texas an, teilte das Sorbische Institut am Montag mit. Zudem hätten sich mehrere Kaschuben - ein westslawisches Volk, das in Polen beheimatet ist - für den zweiwöchigen Kurs bis zum 6. August eingeschrieben. Der Kurs sei ausgebucht. Er wird alle zwei Jahre angeboten.

Manchen Teilnehmern gehe es darum, die vergessene Muttersprache ihrer Familie lernen zu wollen, hieß es. «Das Sorbische Institut stellt den klaren Trend fest, dass der Anteil der Slawisten am Kurs sinkt. Etwa ein Fünftel der Kursteilnehmer, die zwischen 20 und 75 Jahre alt sind, nimmt wiederholt am Kurs teil.» Leiter Fabian Kaulfürst zeigte sich erfreut, dass es trotz Pandemie gelungen sei, den Lehrgang wieder anzubieten: «Vor zwei Jahren mussten wir coronabedingt absagen, obwohl es viele Interessenten gab. Erfreulicherweise stellen wir fest, dass das Interesse am Sommerkurs gleichbleibend hoch ist.»

Neben täglichem Unterricht und Konversation erwartet die Teilnehmer ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Exkursionen und kulturellen Veranstaltungen. Wissenschaftlerinnen des Sorbischen Instituts referieren unter anderem über die obersorbische Umgangssprache in der katholischen Oberlausitz, die Sagenfigur Mittagsfrau, die sorbische Tracht oder die Bedeutung von Herrnhut für die Sorben. Auch gemeinsames Singen, Tanz und Spiele stehen auf dem Programm.

Zum Abschluss des Kurses haben die Teilnehmer Gelegenheit, ein Obersorbisch-Zertifikat nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen in den Stufen A1 bis B2 zu erwerben. «Den internationalen Sommerkurs für sorbische Sprache und Kultur des Sorbischen Instituts verstehen wir auch als Förderung des akademischen Nachwuchses in der Lausitz, die mittlerweile in die ganze Welt ausstrahlt», betonte die stellvertretende Institutsdirektorin Susanne Hose.

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