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Im Labyrinth der Romantik - «Träume der Freiheit» in Dresden

Eine Kamerafrau filmt auf der Ausstellung «Träume der Freiheit» in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Kamerafrau filmt auf der Ausstellung «Träume der Freiheit» in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Deutsche und russische Kunst der Romantik hat gerade in Moskau Furore gemacht, nun ist sie in Dresden. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation der Tretjakow-Galerie und des Albertinums - ein Novum.

Die Ausstellung «Träume von Freiheit» mit Meisterwerken russischer und deutscher Künstler der Romantik ist nach ihrer ersten Station Moskau nun bis Anfang Februar 2022 in Dresden zu sehen. Sie wurde von der Staatlichen Tretjakow-Galerie und den Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) gemeinsam entwickelt. «Wir haben eine Intensität erreicht, die wir selten erleben bei Projekten und co-kuratiert von Anfang bis Ende», sagte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann am Donnerstag. «Es ist wichtig, gerade in diesen schwierigen Zeiten, eine Brücke über die Kultur zu bauen.» Das von beiden Ländern geförderte Projekt sei Auftakt einer langfristigen und nachhaltigen Zusammenarbeit.

In Deutschland sind laut Ackermann aus dieser Epoche eher die russischen Schriftsteller bekannt, die Maler aber kaum. Die Schau zeuge von der unglaublichen Faszination der Romantik, bis in die Gegenwart. Die insgesamt über 140 Bilder, etwa 70 davon aus russischen Museen, sind um Grafik sowie historische Gegenstände dieser Zeit aus den SKD-Beständen ergänzt. Den Rahmen für die Präsentation hat US-Architekt Daniel Libeskind geschaffen: nach einer Spirale an der Moskwa, durch die coronabedingt rund 60 000 Besucher gingen, nun ein Labyrinth an der Elbe.

«Kunst entsteht nie im luftleeren Raum, das gilt besonders auch für Romantik, die in besonders komplexer Zeit entstand», sagte Albertinum-Direktorin Hilke Wagner. Die Ideale der französischen Revolution, die Themen nationale Identität, Bedrohung durch Kriege, Emanzipationsbestrebungen, die Suche nach Heimat und Freiheit trieben die Künstler um, was sich in ihren Werken spiegele.

Im Zentrum stehen Caspar David Friedrich mit allein zehn Werken, Carl Gustav Carus, Alexej Wenezianow und Alexander Iwanow. Letztere seien noch nie in dieser Form in Deutschland gezeigt worden, sagte Kurator Wolfgang Birkholz. Ludwig Richter, Ernst Ferdinand Oehme, Christian Vogel von Vogelstein haben Gesellschaft von Orest Kiprenski, Silvester Schtschedrin oder Maxim Worobjow. Enge Interieurs, weite Landschaften, religiöse Bilder, Naturstudien und Fürstenporträts entsprechen Gattungen der Romantik. Darunter sind «Das schwarze Meer» von Iwan Aiwasowski, das die Tretjakow-Galerie noch nie verlieh, oder «Der Sommer» von Wenezianow, «so etwas wie die "Mona Lisa" des Museums».

Kuratorin Ljudmila Makina erinnerte an die mit Zar Peter dem Großen begründeten russisch-sächsischen Beziehungen, verwies auf historische Verbindungen der Kunstakademien St. Petersburg und Dresden. «Russische Stipendiaten machten auf dem Weg nach Rom stets Zwischenhalt hier, um die Sixtinische Madonna zu bewundern, einige kopierten sie.»

Zwischen den Alt-Romantikern finden sich auch internationale Positionen der Gegenwartskunst von Susan Philipsz, Wolfgang Tillmans, Andrey Kuzkin oder Boris Mikhailov. «Die Romantik geht weiter in der Kunst», sagte Kurator Sergej Fofanow. «Ohne Träume von Freiheit oder dem Streben danach wird es keine neue Kunst geben, keine Impulse für Neues».

Vorschau der SKD auf die Ausstellung

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH