Im Verfahren des Oberlandesgerichtes Dresden um Angriffe mutmaßlicher Linksextremer auf politische Gegner hat am Mittwoch erneut ein Rechtsextremist aus Eisenach ausgesagt. Der 28-Jährige betreibt in der thüringischen Stadt das Szenelokal «Bull's Eye», das 2019 zwei Mal zum Schauplatz von Überfällen wurde. Damals hatten bis zu 15 Angreifer die Kneipe angegriffen und Gäste verletzt. Der Zeuge gab unter anderem an, dass er beim ersten Angriff in der Nacht zum 19. Oktober 2019 mit einem Teleskopschlagstock attackiert wurde und sich gewehrt habe, indem er mit einem Bierglas auf einen Angreifer einschlug und schließlich auch mit Gläsern warf. Eine Frau habe Pfefferspray versprüht und auch zum Rückzug gerufen.
Die Generalbundesanwaltschaft wirft der aus Kassel stammenden Studentin Lina E. sowie drei Männern aus Leipzig und Berlin vor, zwischen 2018 und 2020 Leute aus der rechten Szene in Leipzig, Wurzen und Eisenach attackiert und zusammengeschlagen zu haben. Zudem ist die Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. In Lina E. wird die Anführerin gesehen. Die junge Frau sitzt in Untersuchungshaft, die drei Männer - zwei von ihnen sind 27 Jahre alt, einer 36 - sind auf freiem Fuß. Sie schwiegen bisher zu den Vorwürfen.