Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der militanten Neonazi-Gruppe «Sächsische Separatisten» hat ein mitangeklagter AfD-Kommunalpolitiker die Anklage als «heiße Luft» bezeichnet. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien waghalsig, konstruiert und nicht belegbar, sagte der 26-Jährige am dritten Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Dresden.
Er passe in keiner Weise zum beschriebenen Beschuldigtenkreis. So sei etwa bei der Durchsuchung seines Hauses keinerlei Bezug zum Nationalsozialismus oder ähnlichem Gedankengut gefunden worden. Auch Lebensmittelvorräte und militärische Ausrüstung, wie sie zu jemandem passen würden, der in den Krieg ziehen wollte, hätten gefehlt.
Auch einen versuchten Mord bei seiner Festnahme stritt der Kommunalpolitiker ab. Dass er die Waffe, die er bei sich trug, auf einen Polizisten habe richten wollen, sei unwahr. Mit ihr sei in dem Moment ein Schuss technisch gar nicht möglich gewesen. Der Angeklagte will seine Einlassung am nächsten Verhandlungstag am 20. Februar fortsetzen.