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Mutmaßlicher Neonazi beschreibt Pläne für «arischen Staat»

Der mutmaßliche Rädelsführer der «Sächischen Separatisten» hatte am Montag die Existenz der militanten Neonazi-Gruppe abgestritten. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa Pool/dpa
Der mutmaßliche Rädelsführer der «Sächischen Separatisten» hatte am Montag die Existenz der militanten Neonazi-Gruppe abgestritten. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa Pool/dpa

Im laufenden Prozess gegen die ‚Sächsischen Separatisten‘ hat der Rädelsführer rechtsextreme Ansichten geäußert und Ideen zu einem ‚vierten Reich‘ vorgestellt. Weitere Details zur Gruppenstruktur und zu den Anklagen wurden dabei beleuchtet.

Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der militanten Neonazi-Gruppe „Sächsische Separatisten“ hat der angebliche Rädelsführer seine Sympathien für rechtsextreme Ideologien zum Ausdruck gebracht. "Für den Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik habe ich schon lange Sympathien", sagte er am dritten Verhandlungstag im Oberlandesgericht in Dresden. Er bezeichnete es als Hobby, Pläne für Gruppen zu entwerfen, auch in diesem Kontext.

Chatname von „Star Wars“ und „viertem Reich“ inspiriert

Der Name „OR 4“ eines der Chatgruppen der mutmaßlichen Neonazi-Gruppe wurde von ihm erfunden. Die Abkürzung stehe für „Order vier“, inspiriert von der „Letzten Order“ in den „Star Wars“-Filmen. Die Zahl vier solle für ein „viertes Reich“ stehen. Diesen Gedanken beschrieb er als „amüsant“.

Bereits am Montag hatte sich der Angeklagte als rechts und national bezeichnet. Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Simone Herberger erläuterte er seine Überzeugungen zu verschiedenen Konzepten wie etwa einem „Arian State“ (deutsch: arischer Staat) oder einem „White Jihad“ (deutsch: weißer Dschihad).

„Tag X“

Angeklagt sind acht Männer im Alter von 22 bis 26 Jahren. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vor.

Laut Anklage waren sie überzeugt, dass ein unbestimmter „Tag X“ mit dem Zusammenbruch Deutschlands bevorstehe. Dabei wollten sie einen möglichst großen Teil Sachsens erobern und dort einen an der Ideologie des Nationalsozialismus orientierten Staat errichten.

Laut Anklage wurde Liquidierung von Amtsträgern geplant

Die Männer hätten eine Liquidierung von Vertretern der staatlichen Ordnung und ethnische Säuberungen geplant. Laut Bundesanwaltschaft haben sie wiederholt paramilitärische Trainings mit Kampfausrüstung absolviert, wobei sie den Häuserkampf geübt hätten. Zudem habe sich die Gruppe militärische Ausrüstungsgegenstände beschafft.

Angeklagte teilweise eng befreundet

Der mutmaßliche Rädelsführer beschrieb seine Beziehungen zu den sieben Mitangeklagten als unterschiedlich. Das engste Verhältnis habe er zu seinem mitangeklagten Bruder, während er zwei weitere Angeklagte als enge Freunde bezeichnete.

Mit einem weiteren der Angeklagten hatte er Pläne, gemeinsam im Ausland im Sicherheitsdienst zu arbeiten, wofür sie Kurse in Polen absolvieren wollten. Die restlichen drei Angeklagten, darunter ein AfD-Kommunalpolitiker, an dessen Junggesellenabschied er teilnahm, kenne er schlecht. Er hatte beim Verhandlungstermin am vergangenen Montag die Existenz der Gruppe bestritten.

Bis Ende des Jahres sind über 60 weitere Prozesstermine angesetzt.

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