Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung und Gewalttaten - rund siebeneinhalb Jahre nach Erhebung der Anklage hat am Dresdner Landgericht der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder der Hooligan-Gruppierung «Faust des Ostens» (FdO) begonnen. Die 30, 31 und 37 Jahre alten Männer gelten als Rädelsführer. Ihnen werden auch gefährliche Körperverletzung und schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen.
Laut Anklage haben Felix K. (30) und Florian M. (31) die FdO am 20. April 2010 in einem Lokal unweit des Dresdner Stadions mitgegründet und Veit K. (37) zwischenzeitlich deren Führung übernommen. Zweck der Gruppierung seien gewaltsame Übergriffe auf Anhänger anderer Fußballmannschaften vor allem aus dem Westen gewesen, aber auch Polizisten und Ausländer - im Umfeld von Fußballspielen des damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden.
Gewaltorientierung und -ausübung seien als Selbstzweck und probates Mittel angesehen und zumindest billigend in Kauf genommen worden, sagte der Staatsanwalt am Montag - auch unter Verweis auf Chat-Beiträge. Die FdO-Mitglieder einte demzufolge rechtsradikales, ausländerfeindliches Gedankengut, das sich im Hitlergruß oder Wendungen wie «Blood and Honour» und «Ruhm und Ehre» sowie abwertenden Bezeichnungen für Ausländer äußerte.