Sachsens Justizministerin Constanze Geiert rechnet mit einer Festnahme der per Haftbefehl gesuchten Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich. «Ich gehe davon aus, dass die Strafverfolgungsbehörden Liebich früher oder später aufgreifen werden», sagte die CDU-Politikerin dem «Spiegel». Liebich war am vergangenen Freitag nicht zur Haft in der JVA in Chemnitz angetreten und wird seitdem gesucht.
Geiert sieht keine Behördenfehler
Seit dem Verschwinden Liebichs gibt es auch Kritik an dem Vorgehen der Behörden, unter anderem der Staatsanwaltschaft in Halle. Der Landtag in Sachsen-Anhalt will sich in der nächsten Woche auch damit befassen, ob Fehler gemacht wurden.
Geiert verteidigte nun den Umgang der Behörden mit dem Fall: «Ich will nicht sagen, dass das ein normales Verfahren ist, aber man muss diesen Fall auch immer ins Verhältnis zu anderen Straftaten setzen.» Liebich sei kein Schwer- oder Gewaltverbrecher und im Prozess zu allen Verhandlungsterminen erschienen. «Insofern gab es offenkundig keinen Anlass, sie vorab in Untersuchungshaft zu nehmen, um eine mögliche Flucht zu verhindern», sagte die Ministerin.