Die Gewalt gegen Polizisten hat im ersten Jahr der Corona-Pandemie stark zugenommen. Die Zahl der Straftaten, bei denen Widerstand gegen und tätliche Angriffe auf Beamte verübt wurden, stieg 2020 um 15,9 Prozent auf 1503 Fälle, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte. 2019 gab es 1297 entsprechende Straftaten. Ob es einen Zusammenhang zwischen steigenden Fallzahlen und den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gebe, vermochte das Ministerium nicht zu sagen. Dazu ließen sich derzeit keine validen Aussagen treffen, hieß es.
«Mich wundert es nicht, dass auch die Pandemie Einfluss auf die ansteigende Gewalt gegen Polizeibeamte hat», sagte dagegen Hagen Husgen, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sachsen. An der Kriminalstatistik sei klar erkennbar, dass sich die Pandemie bei bestimmten Straftaten abbildet: «Weniger Wohnungseinbrüche, weil Leute zu Hause sind. Weniger Ladendiebstähle, weil Läden geschlossen sind. Mehr häusliche Gewalt, da man sich auf der Pelle hängt und nicht selten auch Alkohol eine Rolle spielt, der nicht mehr in den Kneipen, sondern zu Hause konsumiert wird.»