Sachsens Sozialministerium sieht mehrere Gründe für die vergleichsweise schwache Impfquote im Freistaat. Auf Anfrage nannte das Ministerium am Mittwoch eine Mischung von Ursachen. Bei manchen Menschen würden wohl die derzeit niedrigen Inzidenzen und eine damit verbundene Sorglosigkeit eine Rolle spielen. Die Impfung werde gedanklich auf die Zeit nach den Sommerferien geschoben.
Bei vielen dürften ferner die wegen niedriger Inzidenzwerte fehlenden Testpflichten eine Rolle spielen, hieß es weiter: «Die Relevanz der schnellen Impfung - die einen jenseits des Schutzes vor schweren Verläufen eben auch von Testpflichten befreit - rückt dadurch möglicherweise in den Hintergrund.»
Zudem verwies das Ministerium auf die hohe Infektionsrate in Sachsen gerade im Winter. Viele Leute würden Menschen kennen, die sich zwar infiziert hatten, bei denen Corona aber einen harmlosen Verlauf nahm. «Auch das könnte möglicherweise dazu führen, dass die Relevanz der Impfung als nicht so hoch eingeschätzt wird.»
Die hohen Infektionszahlen könnten nach Ansicht von Experten auch in anderer Beziehung Einfluss auf die momentane Impfquote nehmen. Da sich Genesene frühestens nach sechs Monaten impfen lassen sollen, zählen sie momentan noch nicht zum Kreis der potenziellen Impflinge.