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Sozialministerium setzt auf Maskenpflicht im Herbst

Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf das Tragen einer Maske hin. / Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild
Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf das Tragen einer Maske hin. / Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild

Das sächsische Sozialministerin hält eine Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen in den Herbst- und Wintermonaten für ein zentrales Instrument beim Corona-Schutz. Eine entsprechende Ermöglichung im Infektionsschutzgesetz auf Bundesebene sei dringend erforderlich, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Eine feste Planung für den Herbst auf Landesebene gebe es derzeit wegen der noch unklaren Rahmenbedingungen auf Bundesebene nicht. Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen steigt derzeit an, liegt aber noch deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Nach gegenwärtiger Rechtslage können bis 23. September Maßnahmen über den Basisschutz hinaus nur ergriffen werden, wenn der Landtag eine epidemischen Lage ausrufen würde. Sollten die aktuellen Regelungen im Infektionsschutzgesetz auf Bundesebene ersatzlos auslaufen, wären ab 24. September sogar Basisschutzmaßnahmen nicht mehr möglich.

Ungeachtet dessen setzt der Freistaat weiter auf sein Frühwarnsystem für die Pandemieentwicklung mit Indikatoren wie der Normal- und Intensivbettenbelegung mit Corona-Patienten in Kliniken, der Dynamik des Infektionsgeschehens, einem Abwassermonitoring und einer Beobachtung der Corona-Varianten.

Angesichts steigender Infektionszahlen hatte die Regierung die Corona-Schutzverordnung bis zum Beginn der Sommerferien verlängert. Die bisherigen Maßnahmen werden damit bis einschließlich 16. Juli aufrechterhalten: Im öffentlichen Nahverkehr muss medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden, in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen gilt eine FFP2-Maskenpflicht, in Pflegeeinrichtungen zudem die Testpflicht.

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen betrug am Donnerstag 239,4. Gegenüber der Vorwoche (132,9) bedeutet das einen Anstieg, im bundesweiten Vergleich ist es weiterhin der zweitniedrigste Wert nach Thüringen (161,6), wie aus der aktuellen Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Bundesweit lag die Inzidenz bei 480 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen, in der Statistik zählen aber nur positive PCR-Tests. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Sachsen meldeten dem RKI zuletzt 2359 Neuinfektionen binnen eines Tages sowie vier Todesfälle. Damit wurden seit Beginn der Corona-Pandemie landesweit rund 1,53 Millionen Infektionen sowie gut 15.500 Todesfälle registriert. Am höchsten lag die Wocheninzidenz am Donnerstag in Leipzig und Dresden mit Werten von 386,6 und 324,9 sowie mit 135,3 am niedrigsten im Landkreis Mittelsachsen.

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