Die hohen Corona-Fallzahlen in Sachsen haben laut einer Umfrage unter Ärztinnen und Ärzten die Behandlung von Patienten beeinträchtigt. 90 Prozent der Mediziner gaben bei der Befragung im Auftrag des Marburger Bunds Sachsen an, dass in ihrem Krankenhaus die Behandlung von Patienten mit anderen Erkrankungen zugunsten von Covid-19-Patienten eingeschränkt werden musste. Das teilte die Ärztegewerkschaft am Donnerstag mit. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht den Zahlen zufolge einen Rückstau von Behandlungen aufgrund der Kapazitätsengpässe. Befragt wurden 593 Mediziner. Die Erhebung ist den Angaben zufolge nicht repräsentativ.
Zu den konkreten Konsequenzen der Corona-Situation gehören demnach eine sinkende Therapiequalität und die eigene physische und psychische Überlastung. «Kurzfristige Dienstplanänderungen, sehr viele Überstunden, sinkende Behandlungsqualität und die Unterbrechung von Fort- und Weiterbildungen: Die Arbeitsbelastung unserer Mitglieder steigt, Qualifizierung wird zurückgestellt», sagte der Landesvorsitzende Torsten Lippold laut Mitteilung.