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Ministerium: Krankenhäuser stehen erneut vor Überlastung

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping nimmt zu Beginn einer Pressekonferenz ihren Mund-Nasen-Schutz ab. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping nimmt zu Beginn einer Pressekonferenz ihren Mund-Nasen-Schutz ab. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild

Sachsens Krankenhäuser verzeichnen erneut eine steigende Zahl von Covid-Patienten. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) schlug am Freitag Alarm. «Die Lage ist ernst. Unsere Krankenhäuser steuern wieder auf die Belastungsgrenze zu.» Die Kliniken näherten sich wieder dem kritischen Wert, bei dem die Kapazitäten ausgeschöpft seien. Nach Angaben des Ministeriums liegen derzeit 961 Covid-Patienten auf Normalstationen und 270 auf Intensivstationen. Das entspreche einer Auslastung von 67 Prozent beziehungsweise 83 Prozent.

Nach Prognosen der Zentralen Krankenhausleitstelle Sachsen am Universitätsklinikum Dresden könnte nach einer pessimistischen Annahme bereits am 2. April der kritische Wert von 1300 Corona- Patienten überschritten sein, hieß es. Eine moderate Modellierung sage diese Überlastung für den 9. April voraus. Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung schreibt für den Fall, dass mehr als 1300 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt sind, eine Rückkehr zum Lockdown vor.

«Die Beanspruchung der Krankenhäuser durch Covid-Patienten ist ein enorm wichtiger Gradmesser des Ausmaßes der Pandemie», betonte Köpping und rief zu Vorsicht über die Ostertage hinaus auf. Es gehe darum, Kontakte gering zu halten und jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Die Krankenhäuser könnten ihre Kapazitäten erhöhen und auch mehr als 1300 Patienten aufnehmen. Das führe aber auch wieder zu einer enormen Überlastung der Mediziner und Pflegekräfte. Zudem verringere die hohe Zahl von Covid-Patienten die Kapazität für andere, auch dringend nötige medizinische Behandlungen.

Das Sozialministerium hat zur Verteilung von Covid-Patienten drei Cluster gebildet und Leitstellen am Klinikum Chemnitz und an den Unikliniken Leipzig und Dresden eingerichtet. Diese überwachen die Kapazitäten der Krankenhäuser in ihren Regionen. Droht eine Überlastung, stockt zunächst das betreffende Krankenhaus seine Plätze selbst auf. Danach werden neue Patienten durch die Leitstellen auf andere Krankenhäuser verteilt.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH