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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Keine Impfreihenfolge in Arztpraxen mehr

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration

In Sachsen können sich von diesem Montag an Impfwillige um einen Termin einer Arztpraxis bemühen - unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerkrankungen. Eine Beschränkung auf spezielle Impfstoffe fällt weg. Möglich wird das durch die vom Gesundheitsministerium verfügte Aufhebung der Impfpriorisierung in den Arztpraxen. «Die Aufhebung ist an sich sinnvoll, wenn denn auch die benötigten Impfstoffmengen kommen», sagte der Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, Steffen Heidenreich.

Er rechnet mit einer großen Nachfrage in den Arztpraxen. Heidenreich fürchtet, dass viele Patienten angesichts des knappen Impfstoffes ihren Ärger bei den Hausärzten abladen, «etwa, wenn es nicht schnell genug einen Termin für eine Erstimpfung gibt». Gleichzeitig verwies Heidenreich auf die hohe Arbeitsbelastung der Praxen. «Das Impfen bedeutet für uns einen riesigen logistischen Aufwand.» Patienten müssten einbestellt, Impfstoff bestellt und Termine organisiert werden. «Das ist nicht so einfach wie bei einer Grippeimpfung.» Zunehmend wollten die Patienten derzeit Termine für eine Zweitimpfung vorziehen, um in den Urlaub fahren zu können. «Da führen wir viele Diskussionen, weil wir die Vorgaben der Impfkommission einhalten müssen.»

Die Ärzte hoffen, dass sich die Situation entspannt, wenn ab 7. Juni die Impfreihenfolge bundesweit aufgehoben wird und dann mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Zudem soll die Handhabung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer vereinfacht werden. «Dieser kann künftig bis zu einem Monat im Kühlschrank gelagert werden.»

Heidenreich appellierte an die ältere Generation, sich vor allem mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen zu lassen, damit auch die jüngeren Menschen möglichst schnell zu einer Impfung kämen. «Die Jungen haben nicht viel Auswahl». Das Mittel von Astrazeneca berge für die Älteren kaum ein Risiko, so der Allgemeinmediziner. Dennoch würden viele das Vakzin von Biontech bevorzugen. Der Freistaat hatte bereits Ende April die Impfreihenfolge für den Impfstoff von Astrazeneca beendet. An unter 60-Jährige darf er allerdings nur nach ärztlicher Beratung verabreicht werden.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH