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Sinkende Corona-Zahlen: «Keine Entwarnung» laut Köpping

Petra Köpping, Gesundheitsministerin in Sachsen,(SPD). / Foto: Matthias Rietschel/dpa/Archivbild
Petra Köpping, Gesundheitsministerin in Sachsen,(SPD). / Foto: Matthias Rietschel/dpa/Archivbild

Die Corona-Notfallverordnung in Sachsen zeigt nach Meinung von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) Wirkung. «Auch wenn wir das Plateau mittlerweile erreicht haben und die Zahlen ganz leicht rückläufig sind, gibt es keine Entwarnung», sagte Köpping am Freitag bei einer Pressekonferenz. Nach wie vor seien die Kliniken am Limit, es würden Patienten innerhalb der Krankenhaus-Cluster verlegt und geplante Operationen abgesagt. «Wir wissen nicht, wie sich die Omikron-Variante in Sachsen auswirken wird.» Nach aktuellen Prognosen sei davon auszugehen, dass Omikron Ende Januar oder im Februar die vorherrschende Variante in Sachsen sei.

Am Freitag gab das Robert Koch-Institut die Inzidenz mit 783,2 und damit deutlich niedriger als am Vortag (826,3). Sachsen ist damit zwar nicht mehr Negativ-Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich, bleibt hinter Thüringen (870,7) jedoch weiter das Bundesland mit dem stärksten erfassten Infektionsgeschehen. Nach Verzögerungen in einigen Landkreisen sind die Meldungen in Sachsen laut Köpping in den meisten Regionen wieder tagesaktuell.

Der Vizepräsident der Sächsischen Ärztekammer, Uwe Köhler, sprach am Freitag ebenfalls von einem Plateau bei den Corona-Zahlen. «Das macht zumindest ein Stückchen hoffnungsvoll, dass das über Weihnachten und die Feiertage so bleibt. Wie es danach weitergeht - Stichwort Omikron - das werden wir sehen, aber wir müssen uns schon darauf einstellen.»

Omikron sei noch einmal dreimal ansteckender als die Delta-Variante, sagte Köpping. Auch wenn sie nicht zu schwereren Verläufen führe, sorge die Summe der Infektionen für volle Intensivstationen.

Köpping appellierte noch einmal an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. «Manche sagen mir, dass sie auf den Totimpfstoff warten, manche sagen mir, dass sie auf den angepassten Impfstoff haben. Ich würde in dieser Situation gar nicht warten.» Wichtig seien weitere Erstimpfungen und Booster-Impfungen.

Auf den Vorschlag des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, dass alle Über-60-Jährigen einen Brief mit einer Erinnerung an das Impfangebot bekommen sollten, reagierte Köpping positiv. Es gebe bereits Kommunen, die solche Erinnerungen verschicken würden. «Ich nehme das gerne noch mal in den Corona-Ausschuss mit, dass man so eine Art Erinnerung bekommt», sagte sie.

Ob die aktuell geltende Corona-Verordnung, die noch bis Anfang Januar gültig ist, verlängert wird oder gelockert werden kann, ließ Köpping offen. Mit der geltenden Verordnung habe man schon viel geschafft und die Inzidenz sei von anfänglich 1400 auf 800 gesunken. «Ich kann weder eine Zusage machen, dass wir am 9. Januar erleichtern oder dass wir verlängern.» Man müsse die weitere Entwicklung abwarten.

Bedenken, dass die in der Verordnung geltende 2G-Regelung für den Einzelhandel ähnlich wie in Niedersachsen gekippt werde, habe sie jedoch nicht. «Niedersachsen hat eine Inzidenz von 176, deshalb ist es dort offensichtlich zum Kippen der 2G-Regelung im Einzelhandel gekommen», sagte Köpping. Sachsen liege deutlich darüber. «Ich bin natürlich nicht das Gericht und wir haben auch Klagen dazu, aber ich gehe davon aus, dass unsere Regelung hält.»

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte am Donnerstag die erst seit kurzem geltende 2G-Regel im Einzelhandel in Niedersachsen gekippt. Die Maßnahme sei zur weiteren Eindämmung des Coronavirus nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar, entschied das Gericht. In Sachsen gilt bereits seit November, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) in Geschäfte gehen dürfen - Ausnahmen gelten etwa für Supermärkte und Drogerien.

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