Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen wirbt der Chef der Leipziger Kinderklinik dringend für die Corona-Impfung ab fünf Jahren. «Wenn die Infektionszahlen explodieren, gibt es logischerweise mehr Kinder, die schwer erkranken, selbst wenn der Anteil niedrig bleibt», sagte Wieland Kiess, Professor am Uniklinikum Leipzig. Vor zwei Jahren sei er selbst noch der Meinung gewesen, dass Kinderimpfungen gegen das Coronavirus nicht nötig seien, sagte der Mediziner. Damals seien Infektionsfälle unter den Kleinsten aber noch sehr niedrig gewesen - und dementsprechend habe es schwere Verläufe kaum gegeben.
Dass es jetzt mehr schwere Fälle gebe, sei eine Frage der Statistik. Erst vor Weihnachten habe die Klinik einen sechsjährigen Jungen behandelt, der in Folge von Corona ein multiples Organversagen erlitten habe. «Seine Leber und seine Nieren haben versagt, er war fast tot. Wir konnten ihn retten, aber das war trotzdem eine furchtbare Erkrankung», sagte Kiess.
Auch ein 16-Jähriger sei fast an Corona verstorben. «Wenn allein wir in den vergangenen zwei Monaten zwei schwer erkrankte Kinder hatten, dann ist es auf Deutschland hochgerechnet schon eine sehr hohe Zahl, die sich durch eine Impfung verhindern lässt.»