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Inflation und Ukraine-Krieg: Sachsens Tafeln unter Druck

Gemüse lagert bei einer Ausgabe von Lebensmitteln einer Tafel in Kisten. / Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild
Gemüse lagert bei einer Ausgabe von Lebensmitteln einer Tafel in Kisten. / Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Die steigenden Lebensmittelpreise machen vielen Menschen zu schaffen - das bekommen auch die Tafeln in Sachsen zu spüren. Druck spüren sie auch aus anderen Gründen.

Die steigenden Preise sorgen für hohe Nachfrage bei den sächsischen Tafeln. «Wir werden regelrecht überrannt - sowohl von deutschen Kunden als auch von Geflüchteten aus der Ukraine», sagte ein Sprecher des Landesverbands Tafel Sachsen. «Besonders am Monatsende merkt man, dass bei vielen kein Geld mehr da ist, um die Familie zu versorgen.» Im Landesverband sind 44 Tafeln im Freistaat organisiert. Pro Woche versorgten sie durchschnittlich bis zu 1500 Haushalte - hinzu kämen Geflüchtete aus der Ukraine, sagte der Sprecher.

Die örtlichen Tafeln erhalten demnach vor allem von lokalen Supermärkten und Discountern Lebensmittel-Spenden. In Dresden betreibt der Landesverband zusätzlich ein Zentrallager, aus dem sich die Einrichtungen bedienen können. «Dort sammeln wir Großspenden. Die Zahl der Spenden im Zentrallager ist auf stabilem Niveau», sagte der Sprecher. Allerdings müssten sich gerade Tafeln mit einem weiten Anfahrtsweg überlegen, ob das Geld für die hohen Benzinkosten reiche, um nach Dresden zu fahren und Lebensmittel abzuholen.

Seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine kämen zudem sehr viele Geflüchtete aus der Ukraine zu den Tafeln. «In erster Linie sind das Menschen, die privat untergebracht sind und noch keine Sozialleistungen erhalten», sagte der Sprecher. Viele Kommunen verwiesen die Geflüchteten an die Tafeln. «Das geht so weit, dass die Kommunen den Ukrainern erzählen, dass wir als Tafeln untergeordnete Behörden sind und sie bei uns ein Recht auf Lebensmittel haben.»

Trotz des steigenden Drucks gebe es noch keine Meldungen darüber, dass Tafeln flächendeckend einen Aufnahmestopp verhängt hätten, sagte der Sprecher. Menschen mit ukrainischem Pass würden generell versorgt, ohne dass die Tafeln nach deren Hintergründen und nach einer eventuellen Registrierung fragten.

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