Die wegen der Corona-Krise gestrichenen Klassenfahrten haben in den Jugendherbergen in Sachsen in erster Linie für einen Besuchereinbruch gesorgt. «Genaue Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor. Aber wir gehen davon aus, das wir maximal 40 Prozent der Besucher des Jahres 2019 haben werden», sagte Susan Graf, Marketingleiterin des Jugendherbergswerkes Sachsen in Chemnitz. Im vergangenen Jahr seien 348 000 Gäste gezählt worden.
Der Sommer habe zwar einen gewissen Schub gebracht, weil Familien die Herbergen genutzt hätten. Doch das Manko sei dadurch nicht ausgeglichen worden, sagte Graf. Von den Übernachtungszahlen der Vorjahre sei man weit entfernt. Bislang habe jedoch keine der 24 zum Verband gehörenden Herbergen und 4 weitere im Land aufgeben müssen. Die im Durchschnitt 250 Beschäftigten seien in Kurzarbeit.
«Derzeit bieten wir unsere Unterkünfte für verschiedene Sondernutzungen an», sagte Graf. Möglichkeiten als Frauenhäuser oder für die Unterbringung von Obdachlosen könnten helfen, die wirtschaftlichen Verluste durch die Pandemie zumindest etwas abzufedern.