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Von der Lust zu fallen.

23.11.2018 von

Foto: www.pixabay.com / JESHOOTScom

Dieser Moment, in dem Du Dein Büro betrittst und Dir bewusst wird, dass Dein Laptop nicht mit Dir gekommen ist und noch immer auf dem Küchentisch faulenzt – Einfach grandios!
Doch unabhängig von dem ersten Schreckmoment lehrt mich dieser unerwartete Umstand doch eine alte Weisheit: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

Der Morgen hat mir also eine Erfahrung geschenkt. Aus meiner Perspektive eigentlich auch gar keine so schlechte, denn es ist „gleich gültig“, ob wir im Leben einen Erfolg oder eine Niederlage erfahren. Nun ist der vergessene Laptop vielleicht kein großes Drama, es gibt Niederlagen, die schwerer wiegen. Ich behaupte dennoch, in jedem Fall ist beides ein Gewinn für uns, sowohl der Erfolg als auch die Niederlage. Denn entweder ich gewinne an Selbstbestätigung oder ich gewinne einen Lernimpuls.
So gesehen, ist die Niederlage ein notwendiger Bestandteil unseres persönlichen Lern- und Wachstumsprozesses. Wenn ich mir also Fehler versage, dann versage ich mir auch die Chance, mich zu entwickeln.
Und eigentlich wäre das Leben doch auch total langweilig, wenn wir schon vorher wüssten, dass uns alles gelingt. Stellen Sie sich nur einmal vor, Mensch ärgere Dich nicht zu spielen und vorher bereits zu wissen, dass Sie als Sieger hervorgehen werden. Hätten Sie Lust auf dieses Spiel? Ich nicht!

Im Leben ist das nichts Anderes, nur fürchten wir hier das Verlieren, die Niederlagen. Spätesten in der Schule lehrt uns die rote Tinte des Lehrerstifts, dass es schlecht ist, dass wir einen Fehler gemacht haben. Wir beginnen Angst vor Fehlern, vorm Versagen zu entwickeln, beginnen Situationen zu meiden, in denen uns der Erfolg unsicher scheint. Es ist so traurig, welche Möglichkeiten uns dadurch entgehen! Denn erst die Niederlagen machen die Erfolge möglich.

Würden wir mit der Einstellung auf die Welt kommen, keine Fehler machen zu dürfen, dann würden wir alle noch strampelnd auf dem Rücken liegen, weil wir uns beim Versuch aufzurichten verletzen könnten. Es gibt ein Video aus den Kleinkindertagen eines meiner Söhne. Darauf lässt er sich immer und immer wieder auf die Knie fallen und stützt sich dabei mit seinen Händen ab. Einmal fällt er dabei auf die Stirn. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass mein erwachsenes Mutterhirn am liebsten sofort zur Hilfe geeilt wäre. Doch mein Sohn hielt inne, fasste sich mit der kleinen Hand an die Stirn, stand auf und wiederholte sein Spiel, um bewusst zu erfahren, was denn eigentlich passiert war. Er war neugierig geworden, wollte lernen, hatte ein klares Ziel entwickelt.

Ich möchte Sie ermutigen, machen Sie es wie die Kleinsten. Legen Sie für sich fest, was Sie erreichen wollen. Versuchen Sie das Mögliche und stehen Sie einfach auf, wenn Sie einmal fallen! Ein Fehler ist für Sie nur ein Hinweis, was Sie in vergleichbaren Situationen zukünftig anders machen können. Also handeln Sie mit Leichtigkeit, denn egal was passiert, Sie werden es für sich nutzen können!

Ihre Doreen Wolf

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