Ich habe es getan. Obwohl ich mir stets einbilde, die Welt, ihre Menschen und die gemeinsam erlebten Situationen mit einem reflektierten Blick zu betrachten, bin ich hineingetappt, in die Falle der einseitigen Betrachtung. Der Moment der Erleuchtung war beschämend und vor allem so unglaublich reich an Erkenntnis. Und deswegen möchte ich Sie einladen, mit mir an dieser Erkenntnis zu wachsen.
Was war geschehen? Seit dem Schuleintritt meiner Söhne nahm die Zufriedenheit mit dem Schulsystem und dem darin dienenden Schulpersonal stetig ab. Öffentlich habe ich mich dazu bekannt, dass die Lehrer den entwicklungspsychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zu wenig Beachtung schenken und der Umgang mit den Menschen, die die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten werden, zu wenig wertschätzend ist und dabei Selbstvertrauen und Neugier im Keim erstickt werden. In mir entstanden persönliche Antipathien. Überzeugt von der obenliegenden Seite der Medaille habe ich kein einziges Mal versucht, sie zu wenden. Renat Safiullin, Schauspieler und Organisationsberater aus Dresden, hat mir diese Aufgabe abgenommen und mir vor Augen geführt, was es auch heißen kann, Lehrer zu sein.