Sie wurde lange erwartet, zumindest von denen, die von ihr wussten: die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung. Seit dem Herbst des vergangenen Jahrs, als die ersten Hinweise auftauchten, dass ein neues Print- und Digitalmedium gegründet werden soll, stieg die Spannung auf das als „Projekt halle“ initiierte Vorhaben des Berliner Verlegers Holger Friedrich.
Die Demokratie braucht die wirklich freien, wirklich unabhängigen Medien wie die Luft zum Atmen. Unabhängig von parteipolitischer Beeinflussung, wenn diese sich bereits bei der (Mit-) Eigentümerschaft des Blattes zeigt. Auch und gerade in heutiger Zeit bedeutet Unabhängigkeit auch die Freiheit von der berühmten „Schere im Kopf“, die gelegentlich unter Medienschaffenden bei der Arbeit zu vermuten ist.
Für mich war die Lektüre der ersten Ausgabe eine erhellende, informative und hochinteressante. So ist der Beitrag von Florian Warweg über die Bundespressekonferenz ein Blick hinter die Kulissen einer Institution, die wir alle aus dem Fernsehen kennen. Unter der Überschrift „Die stille Zensur“ nimmt der Autor den Leser mit in diese Veranstaltung. So entsteht ein Bild davon, was dort wirklich abgeht. Viele geneigte Zuschauer dürften das so bereits geahnt haben.