Viel Kritik und wenig Lob für die geplante Anhebung des Mindestlohns in zwei Stufen auf 9,35 Euro aus Sachsen: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) begrüßte die Anhebung, kritisierte aber, dass die Mindestlohn-Kommission keine deutlichere Erhöhung vorgeschlagen habe. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt würden das hergeben, sagte Dulig. Ähnlich äußerte sich Henning Homann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag.
Die Mindestlohn-Kommission hatte am Dienstag vorgeschlagen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Stufen auf 9,35 Euro zu erhöhen. Zum 1. Januar 2019 soll er von 8,84 Euro auf 9,19 Euro steigen. Zum 1. Januar 2020 soll eine weitere Erhöhung auf 9,35 Euro folgen. Die Bundesregierung muss dies noch per Verordnung umsetzen.
In Sachsen wird in überdurchschnittlich vielen Jobs nur Mindestlohn gezahlt. 2017 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 121 000 Jobs in Sachsen, in denen Mindestlohn gezahlt wurde. Insgesamt gibt es nach dieser Erhebung 1,7 Millionen Arbeitsstellen im Land. Damit werden knapp 7 Prozent der Jobs nur mit Mindestlohn vergütet, deutschlandweit sind es 4 Prozent.