Wo es einst dramatische Fluchten in den Westen gab, begann vor 30 Jahren der endgültige Abriss der Berliner Mauer. An der Bernauer Straße wurden am 13. Juni 1990 mit schwerem Gerät Betonteile der DDR-Grenzanlage abgerissen. Hunderte Schaulustige kamen, Wunderkerzen wurden geschwenkt, Sektkorken knallten.
Die Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt aus diesem Anlass ab Samstag eine Sonderausstellung unter freiem Himmel mit dem Titel «Europas Grenz-Werte: Vom Mauerfall bis Corona». Mit großformatigen Fotos sowie Texten solle der Blick auf Europas Grenzen vom Mauerfall bis in die vom Coronavirus gezeichnete Gegenwart gelenkt werden, teilte die Mauer-Stiftung mit. Zur Eröffnung wird auch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) erwartet.
Zwar seien die Systemgrenzen des Kalten Krieges verschwunden, doch es sei eine Rückkehr der Zäune zu beobachten, hieß es. Neue Anlagen sicherten Außengrenzen und in der Pandemie entstünden neue Begrenzungen. Die Ausstellung spanne den Bogen bis in die Gegenwart und frage nach Europas Werten, so die Stiftung.