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Schau im Seecontainer tourt an Orte der DDR-Umerziehung

Eine Ausstellung zur Umerziehung in der DDR in einem umgebauten Seecontainer tourt von Torgau aus an Orte früherer Jugendwerkhöfe und Spezialkinderheime im Osten Deutschlands. Bei der Eröffnung der «Blackbox Heimerziehung» am Samstag in der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau (Nordsachsen) erinnerte Evelyn Zupke, Bundesbeauftrage für die SED-Opfer, an die folgenschweren Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in DDR-Umerziehungsheimen. «Ein Aufenthalt in einem Jugendwerkhof oder Spezialkinderheim, das ist nicht einfach eine Episode gewesen in ihrem Leben», sagte sie laut Mitteilung beim ersten Treffen ehemaliger DDR-Heimkinder nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause. «Er prägt das Leben der Betroffenen bis heute.» Bis auf Torgau seien die vielen Orte ehemaliger Umerziehungsheime meist in Vergessenheit geraten.

Die Schau beleuchtet die ideologischen Hintergründe sozialistischer Umerziehung und die Funktionsweise des DDR-Heimsystems. Die Diktatur habe nicht nur hinter den Gefängnismauern von Hohenschönhausen oder der Stasizentrale stattgefunden, sagte die Bundesbeauftragte. «So wie andere gesellschaftliche Bereiche wurde auch die Jugendhilfe zu einem Instrument der Diktatur.» Nächste Station des Seecontainers nach einer Woche in Torgau ist die Burg Scharfenstein im Erzgebirge - auch dort war zu DDR-Zeiten ein Jugendwerkhof.

Der Geschlossene Jugendwerkhof in Torgau war Bestandteil des repressiven Heimerziehungssystems der DDR. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet, die an das Schicksal vieler Tausend Betroffener erinnert.

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