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30 Jahre Friedliche Revolution: Am 9. Oktober feiert Leipzig

06.10.2019 von

Foto: Das Innere der Nikolaikirche wird von Projektoren erleuchtet. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Mit dem Ruf «Wir sind das Volk« demonstrierten am 9. Oktober 1989 rund 70 000 Menschen auf dem Leipziger Innenstadtring für Freiheit und Demokratie. Experten werten die gewaltfreien Proteste an diesem Tag als entscheidenden Durchbruch für die friedliche Revolution. 30 Jahre später begehen die Leipziger den Jahrestag mit einem vielfältigen Programm.

Der OFFIZIELLE FESTAKT zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution findet im Gewandhaus zu Leipzig statt (11.00 Uhr). Mittelpunkt der Veranstaltung ist die traditionelle Rede zur Demokratie, die in diesem Jahr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält. Grußworte steuern Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei. Da die Teilnahme nur mit Einladungen möglich ist, wird der Festakt vom ZDF übertragen.

Das LICHTFEST gehört auch dieses Jahr zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten. Bereits im September entstandene Lichträume erleuchten am Abend (19.00 Uhr) die Innenstadt. Die historische Demonstrationsstrecke gestaltet die Künstlerin Victoria Coeln mit Licht- und Toninstallationen. Zudem ist geplant, dass Bürger mit über 12 000 Kerzen den Schriftzug «Leipzig 89» auf dem Augustusplatz zum Leuchten bringen.

Die NIKOLAIKIRCHE ist einer der bedeutendsten Schauplätze der friedlichen Revolution. Von der Kirche im Herzen Leipzigs gingen die Montagsdemonstrationen vor 30 Jahren aus. Traditionell kommen Gläubige am Abend des 9. Oktober (17.00 Uhr) zum Friedensgebet in der Nikolaikirche zusammen. Schüler der 4. bis 6. Klasse können in der Kirche schon am Vormittag (9.30 Uhr) am Friedensgebet für Schüler teilnehmen.

In der PETERSKIRCHE in Leipzig findet eine Gedenkveranstaltung der Philharmonie statt, die in diesem Jahr heftig umstritten ist. Das Orchester spielt dort traditionell Beethovens 9. Sinfonie. Als Redner wurde der Linken-Politiker Gregor Gysi eingeladen. Bürgerrechtler protestierten in einem offenen Brief heftig. Gysi habe als letzter SED-Chef die Revolution und Einheit versucht zu verhindern. Die Philharmonie hielt allerdings an der Einladung fest.

Mit ZEITZEUGEN ins Gespräch kommen können Interessierte gleich bei mehreren Veranstaltungen. Mitglieder der Leipziger Oppositionsgruppen berichten im Rahmen einer Lesung in der Buchhandlung Lehmann (15.30 Uhr) von ihren Erlebnissen. Ein «Zeitzeugenmobil» am Markt (13.00 Uhr) bietet Bürgern außerdem die Möglichkeit, vor laufender Kamera von ihren Erinnerungen an den Herbst 1989 zu berichten und diese so nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen.

Auch viele Leipziger MUSEEN öffnen zu Extraveranstaltungen ihre Türen. Die Gedenkstätte Museum in der «Runden Ecke» bietet für Schüler ab der 8. Klasse Kurzführungen zu den Schauplätzen der Friedlichen Revolution sowie eine Filmvorführung zu den Geschehnissen an (8.30 Uhr). Außerdem können sich Besucher dort von 19 bis 23 Uhr zwei Ausstellungen zum Thema ansehen. Auch das Schulmuseum und das Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig laden Bürger zur «Nacht der offenen Tür» ein (jeweils 20.00 Uhr).

Mehrere FILMVORFÜHRUNGEN lassen die Besucher in die Vergangenheit eintauchen. Auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale zwischen Dittrichring und Großer Fleischergasse werden historische Original-Aufnahmen der Montagsdemonstrationen gezeigt (18.00 Uhr). Auch die MDR-Kinoproduktion «Fritzi - eine Wendewundergeschichte» spielt 1989 in Leipzig (Kinobar Prager Frühling, 15.00 Uhr). Der Zeichentrickfilm bringt die Geschehnisse rund um die friedliche Revolution den Kleinsten näher.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Das Innere der Nikolaikirche wird von Projektoren erleuchtet. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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