Aus Sicht des Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider, ist die Abhängigkeit von russischem Gas ein «großes Versagen». «Wir waren zu naiv, zu sorglos als Deutsche. Ich sage das ganz selbstkritisch zu mir selbst», sagte Schneider am Donnerstag bei dem länderübergreifenden Energieforum der Energieagenturen der Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen sowie weiterer Partner in Dessau-Roßlau. «Wir haben uns abhängig gemacht von einem einzigen Energieversorger.» Es gebe für alles Warnzeichen, aber für die Frage, wie abhängig man geostrategisch, militärisch und mit der Industrie von einem einzigen Land und dessen Aggression sei, gebe es kein Alarmsignal. Es brauche eine Autarkie innerhalb Europas, sagte Schneider weiter.
Für Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann ist das Gelingen der Energiewende zunehmend auch eine zentrale Frage der öffentlichen und sozialen Sicherheit. «Die Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine führen uns schmerzhaft vor Augen, dass Sicherheit und Bezahlbarkeit von Energie nicht selbstverständlich sind», sagte der SPD-Politiker.