Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz, Dieter Pfortner, hat Konsequenzen aus dem Ergebnis der Bundestagswahl im Osten angemahnt. Das Ergebnis stimme nachdenklich und die Politik könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte Pfortner am Montag zu Beginn der IHK-Vollversammlung. Schon jetzt seien oft in Unternehmen dringend benötigte Führungskräfte aus West-Bundesländern oder dem Ausland wegen der politischen Verhältnisse kaum noch bereit, in den Osten zu kommen. In Sachsen hatte die AfD am Sonntag mit Abstand die meisten Stimmen geholt (24,6 Prozent) vor SPD (19,3) und CDU (17,2).
Das Wahlergebnis sei Ausdruck «eines erschreckenden Mittelmaßes in der Politik», konstatierte Pfortner. «Wenn man nicht einmal in der Lage ist, seinen Wahlschein am Tag der Wahl ordentlich zu falten, dann stimmt das sehr bedenklich.» Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hatte bei der Wahl den Stimmzettel so gefaltet, dass beim Einwerfen in die Urne seine Kreuze für die CDU zu sehen waren. Ohne die CDU bei Namen zu nennen, sagte Pfortner: «Es ist bedenklich und niederschmetternd, wenn eine bisher führende Partei gerade auf dem Gebiet der Wirtschaftskompetenz so viel an Reputation in der Bevölkerung und in der Wirtschaft verliert.» Das sei die Folge, wenn Signale aus der Wirtschaft ignoriert würden.